Der Juni bringt Bewegung in den ETF-Markt
VZ Analyse
34 ETF sind neu an der SIX handelbar. 2 ETF verschwinden von der SIX.
Publiziert 1. Jul 2026
Autor
Florian Estermann
Funktion Anlageexperte
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Im Juni sind 34 neue ETF an der Schweizer Börse SIX handelbar. Gleichzeitig verschwinden 2 Produkte aus dem Angebot. Die Neulancierungen verteilen sich auf Aktien, Zinswerte und ein Rohstoff ETF. Auffällig ist der hohe Anteil aktiver Strategien, insbesondere bei Unternehmensanleihen, globalen Aktienmandaten und alternativen Aktienstrategien.
Mehrere Anbieter erweitern ihr Angebot mit aktiv verwalteten Produkten. AllianceBernstein bringt neue Corporate-Bond- und Aktien-ETF an die SIX, während BNP Paribas Easy mit Equity-Premium-Income-, Buffer-, Long/Short- und Managed-Futures-Strategien vertreten ist. Auch Invesco und JPMorgan setzen bei mehreren Neuaufnahmen auf aktive Ansätze.
Einen besonderen Akzent setzt PostFinance. PostFinance ist als grosser Akteur im Schweizer Retail- und Anlagegeschäft bekannt und bringt mit dem PostFinance Global Portfolio Xtrackers ETF ihren ersten ETF an die SIX. Der aktiv verwaltete ETF investiert in Aktien aus Industrieländern, ist in Schweizer Franken handelbar und weist eine Management-Gebühr von 0,49 Prozent auf. Damit tritt PostFinance erstmals mit einem eigenen ETF an der SIX auf und reiht sich in den Trend zu aktiv verwalteten Produkten ein.
Neben diesen aktiven Strategien wurden auch mehrere passive Produkte neu kotiert. Dazu zählen unter anderem ein globaler Staatsanleihen-ETF von Invesco, ein Commodity-ETF von State Street sowie mehrere thematische ETF von UBS, VanEck und WisdomTree. Thematisch stehen unter anderem Klimastrategien, Elektrifizierung, Energieinfrastruktur, künstliche Intelligenz und die Raumfahrtwirtschaft im Fokus.
Aktive Strategien prägen die Neulancierungen
Von den neu kotierten Produkten sind 23 aktiv verwaltet. Das entspricht rund 68 Prozent der Neulancierungen. Besonders stark vertreten sind aktive Zinswert-ETF und Aktienstrategien. Die Bandbreite reicht von Euro- und US-Unternehmensanleihen über globale Aktienmandate bis hin zu ertragsorientierten und alternativen Strategien.
Die Entwicklung zeigt, dass aktive ETF am Schweizer Markt weiter an Bedeutung gewinnen. Anbieter nutzen die ETF-Struktur zunehmend für Strategien, die über eine reine Indexabbildung hinausgehen. Dazu gehören unter anderem aktive Anleihenportfolios, Long/Short-Ansätze, Managed Futures und Equity-Premium-Income-Produkte.
Auch bei den Gebühren zeigt sich eine breite Spanne. Die günstigsten neu kotierten Produkte kosten 0,08 beziehungsweise 0,09 Prozent pro Jahr, während thematische oder aktive Strategien teilweise deutlich höhere Gebühren aufweisen. Der teuerste neue ETF liegt bei 0,78 Prozent. Anleger sollten die Kosten deshalb immer im Kontext der jeweiligen Strategie und des erwarteten Mehrwerts beurteilen.
Themenfonds verschwinden von der SIX
Auf der Gegenseite verlassen im Juni zwei ETF den Schweizer Markt. Beide Produkte stammen von der AXA und verfolgen thematische Aktienstrategien. Der AXA IM ACT Biodiversity Equity ETF und der AXA IM ACT Climate Equity ETF investieren in Nachhaltigkeitsthemen und werden aktiv verwaltet. Beide Produkte weisen eine Management-Gebühr von 0,61 Prozent auf.
Das Verschwinden solcher Produkte ist im ETF-Markt nicht ungewöhnlich. Gründe sind häufig eine zu geringe Nachfrage, geringe Handelsvolumen oder strategische Anpassungen der Anbieter. Im aktuellen Monat betrifft das Delisting ausschliesslich aktive Themenfonds, während bei den Neulancierungen ebenfalls zahlreiche thematische Produkte hinzukommen.
Breite Mischung aus Anleihen, Themen und Strategien
Die Neulancierungen am Schweizer ETF-Markt sind im Juni breit gefächert. Neben Aktien-ETF kommen zahlreiche Zinswertprodukte hinzu, ergänzt durch Rohstoffe sowie strategische und thematische Ansätze. Besonders auffällig bleibt der hohe Anteil aktiver Produkte, die einen grossen Teil der neuen Kotierungen ausmachen.
Für Anlegerinnen und Anleger erhöht sich damit die Auswahl an Bausteinen für unterschiedliche Marktmeinungen und Portfoliobedürfnisse. Gleichzeitig steigt die Komplexität. Gerade bei aktiven, alternativen oder thematischen ETF bleibt entscheidend, Strategie, Kosten und Risiken vor einem Investment genau zu prüfen.
Hohe Gebühren, ungewisser Mehrwert
Aktive ETF werden oft mit mehr Flexibilität und der Chance auf eine bessere Wertentwicklung beworben. In der Praxis sind sie jedoch häufig deutlich teurer als passive Produkte. Damit steigt die Hürde für Anlegerinnen und Anleger: Die Fonds müssen ihre höheren Kosten langfristig erst einmal durch eine bessere Performance kompensieren. Ob dies über längere Zeit gelingt, ist fraglich. Denn nach Abzug der Gebühren bleibt nur dann ein Mehrwert, wenn das aktive Management den Vergleichsindex dauerhaft und ausreichend deutlich übertrifft. Gerade deshalb sollten Anleger bei aktiven ETF besonders kritisch prüfen, ob Strategie, Kosten und bisherige Ergebnisse in einem überzeugenden Verhältnis stehen.
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