Das lief im Oktober an den Börsen

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VZ Analyse

Die vergangenen vier Wochen brachten einige Verschiebungen an den globalen Finanzmärkten: KI-nahe Aktien brachen teilweise heftig ein, dafür erlebten defensive Aktien ein Revival. Der VZ-Rückblick auf den Monat Oktober.

Publiziert vor 4 Stunden

Autor

Pascal Meisser

Funktion Anlageexperte

Im zu Ende gehenden Monat konnte der Schweizer Aktienmarkt seine defensiven Qualitäten wieder mal eindrücklich ausspielen. Der Swiss Market Index (SMI) hat über 5 Prozent zugelegt. Gestützt wurde der SMI hauptsächlich von Aktien aus dem Gesundheitssektor. Titel wie Roche, Novartis, Sandoz und Galderma gewannen zweistellig, aber auch Nestlé lieferte eine überdurchschnittliche Rendite ab. 

Zwischenzeitlich näherte sich das Schweizer Börsenbarometer gar seinem im August erzielten Allzeithoch, bevor Gewinnmitnahmen gegen Monatsende den Leitindex wieder etwas bremsten. An anderen Börsenplätzen sah die Entwicklung deutlich schwächer aus. In Europa büsste der DAX 1,5 Prozent ein, der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 fast 5 Prozent. 

Auch in den USA wurde die Aufwärtsbewegung an den Märkten jäh gestoppt: Während der S&P 500 sein Niveau knapp halten konnte, büsste der Technologieindex Nasdaq 100 über 4 Prozent ein (alle Renditen in Franken gerechnet).

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Für die Konsolidierung der Aktienkurse waren unterschiedliche Gründe verantwortlich: In Europa hat Frankreich jüngst für Unruhe gesorgt – nicht nur wegen der Ausschreitungen. Rekordhohe Schulden, die fehlende Reformfähigkeit und die politische Instabilität haben die Sorgen um eine neue Euro-Krise aufleben lassen. Darunter haben vor allem europäische Bankaktien gelitten, die bis anhin zu den Jahresgewinnern gehört hatten. Angesichts der Unsicherheiten entschieden sich viele Anleger, Gewinne mitzunehmen. 
 

In den USA kam es vor allem bei Aktien aus dem KI-Umfeld, die zuvor besonders stark zugelegt hatten, zu markanten Kursverlusten. Dafür war eine Kombination mehrerer Faktoren verantwortlich. Zum einen belasteten die höheren Anleiherenditen die Bewertungen insbesondere wachstumsstarker Technologieaktien. 

Denn höhere Zinsen machen deren weit in der Zukunft liegende Gewinne aus heutiger Sicht weniger wertvoll. Gleichzeitig verlangen die Marktteilnehmer von den grossen Tech-Konzernen zunehmend den Nachweis, dass sich die milliardenschweren KI-Investitionen tatsächlich in zusätzlichem Umsatz und Gewinn niederschlagen.  

Steigender Ölpreis und stärkerer Franken prägten den Oktober

Hinter dem Zinsanstieg steht eine Kombination aus hartnäckigen Inflationssorgen, höheren Energiepreisen und fiskalischen Unsicherheiten. Der Nahost-Konflikt ist wieder aufgeflammt und hat den Ölpreis in die Höhe getrieben. Ein Fass der Sorte Brent kostete zeitweise 117 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit mehreren Monaten. Gleichzeitig sind in den USA die Erzeugerpreise weiter angestiegen. Die weiterhin robuste US-Konjunktur lieferte den Zinsen zusätzlichen Auftrieb. 

Das hat die Inflations- und Zinserwartungen merklich angeheizt. Für Anleger gelten die Renditen von 10-jährigen US-Treasuries als wichtiger Indikator: Zuletzt erwies sich insbesondere die Marke von 5 Prozent als wichtige Schwelle: Renditen darüber erhöhten den Druck auf risikobehaftete Anlagen wie Aktien. Im Oktober stiegen die US-Renditen bis auf 5,34 Prozent, bevor sie sich wieder in Richtung 5 Prozent zurückbildeten. 

Am Schweizer Anleihemarkt zeigte sich dagegen ein anderes Bild. Entgegen dem Trend sank die Rendite von 10-jährigen Bundesobligationen deutlich. Zum Monatsende bewegten sie sich um 0,53 Prozent. 

Die hohe Bonität der Eidgenossenschaft, das moderate Inflationsumfeld und die Nachfrage nach sicheren Anlagen kamen dabei nicht nur Schweizer Staatsanleihen zugute. Auch der Franken profitierte von seiner Rolle als sicherer Hafen und wertete gegenüber wichtigen Währungen auf. 

Für Schweizer Anleger verstärkte dies die Kursverluste an verschiedenen ausländischen Aktienmärkten, da deren Renditen in Franken gerechnet tiefer ausfielen.

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