Cisco: der unsichtbare Riese hinter jedem Video-Call

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Webex, Hotel-WLAN oder Bürotelefon: Cisco ist allgegenwärtig und bleibt dennoch oft im Hintergrund. Das vergangene Geschäftsjahr war das beste der Firmengeschichte. Der Langfristchart zeigt jedoch, dass Anleger bei Cisco schon viel Geduld beweisen mussten.

Publiziert 27. Aug 2026

Autor

Luca Liebi

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Cisco baut nichts fürs Schaufenster und begegnet einem trotzdem täglich. Am bekanntesten ist Webex, die Videokonferenz-Software aus dem Homeoffice. 

An Bürodecken, in Hotels und Flughäfen hängen die weissen WLAN-Antennen mit dem Logo, in Sitzungszimmern stehen die Kamerasysteme, auf Bürotischen die Cisco-Telefone. Das eigentliche Geschäft liegt aber eine Ebene tiefer. 

Fünf Bereiche, ein Schwergewicht 

Cisco weist seinen Umsatz in fünf Kategorien aus. Mit Abstand am grössten ist das Netzwerkgeschäft: Router, Switches, WLAN und Rechenzentrumstechnik machen 57 Prozent des Quartalsumsatzes aus. Dahinter folgen die Dienstleistungen mit 22 Prozent. Dazu gehören Support, Wartung und Abonnemente, das ruhige, wiederkehrende Fundament. 

Kleiner, aber strategisch wichtig sind die drei übrigen Bereiche. Die Sicherheitssparte steht für 13 Prozent des Umsatzes und umfasst unter anderem Firewalls und Lösungen für den Zugriffsschutz. Auf die Zusammenarbeit entfallen 7 Prozent. Dazu gehören Webex und die Technik für Sitzungszimmer. Die Applikationsüberwachung trägt mit 2 Prozent den kleinsten Anteil zum Umsatz bei. 

Ein Rekordjahr, getrieben von künstlicher Intelligenz 

Am 12. August legte Cisco die Zahlen zum Geschäftsjahr 2026 vor. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 63,3 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie um 14 Prozent auf 4,33 Dollar. Im Schlussquartal beschleunigte sich das Tempo auf 18 Prozent. 

Der wichtigste Wachstumstreiber ist der Ausbau von KI-Rechenzentren. Die grossen Cloud-Anbieter bestellten im vergangenen Jahr Infrastruktur für 9,3 Milliarden Dollar - rund viereinhalbmal so viel wie im Vorjahr. 

Entsprechend legte der Netzwerkbereich im Schlussquartal um 28 Prozent zu, während die Dienstleistungen stagnierten. Auffällig ist auch die Entwicklung im Sicherheitsgeschäft: übers ganze Jahr betrug das Wachstum nur 2 Prozent, im Schlussquartal aber 14 Prozent. 

Der lange Weg zurück 

Wer den Kursverlauf seit dem Börsengang 1990 betrachtet, sieht zwei Ausschläge. Im März 2000 war Cisco kurzzeitig das wertvollste Unternehmen der Welt; bis Oktober 2002 verlor die Aktie rund 90 Prozent ihres Werts. Erst 2024, nach fast einem Vierteljahrhundert, notierte Cisco wieder über dem damaligen Höchst. 

Wer damals auf dem Höhepunkt kaufte, hat kaufkraftbereinigt bis heute nichts verdient. 

Was die Kennzahlen sagen 

Bei rund 111 Dollar wird die Aktie mit dem 26-Fachen des bereinigten Vorjahresgewinns bewertet. Auf Basis der eigenen Gewinnprognose für 2027 mit dem 22-Fachen. Über weite Strecken des letzten Jahrzehnts lag dieser Wert bei 13 bis 17. 

Trotz übertroffener Erwartungen im Jahresreport gab die Aktie nach der Publikation nach. Die Anleger sorgten sich um die Margen, weil das Geschäft mit den Cloud-Riesen zwar volumenstark, aber weniger rentabel ist. 

Für ertragsorientierte Anlegerinnen und Anleger bleibt Cisco verlässlich: 12,7 Milliarden Dollar flossen im letzten Jahr über Dividenden und Aktienrückkäufe zurück, praktisch der gesamte freie Cashflow. Die Quartalsdividende wurde zum fünfzehnten Mal in Folge erhöht. 

Cisco ist der solidere Weg, am KI-Ausbau teilzuhaben: Ein profitables Infrastrukturunternehmen mit stabilem Servicegeschäft und verlässlicher Dividende. 

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