Aktien New York Ausblick
vor 3 Stunden
Beschreibung
NEW YORK (awp international) - Die US-Börsen wagen am Freitag wohl einen Stabilisierungsversuch nach dem erneuten Rückschlag am Vortag. Besonders galt dies für den Leitindex Dow Jones Industrial , der eine Stunde vor dem Auftakt vom Broker IG 0,4 Prozent höher bei 51.930 Punkten berechnet wurde, nachdem er zuletzt das niedrigste Niveau seit einem Monat erreicht hatte.
Die Taxe für den Nasdaq 100 liegt mit 28.522 Zählern aber zuletzt auch leicht im Plus. Der technologielastige Leitindex hatte am Donnerstag seine Talfahrt mit besonders hohen Verlusten fortgesetzt. Grund waren neue Sorgen rund um den Megatrend der Künstlichen Intelligenz (KI) und der dafür notwendigen Investitionen. Um diese Story wurde es nun wieder etwas ruhiger.
Auch wenn im Nahen Osten keine Entspannung in Sicht ist, bleibt den Anlegern etwas Zeit zum Luft holen. Die Ölpreise gaben am Freitag etwas nach. Nachdem der Iran-Krieg den Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent wieder zeitweise über die 100 Dollar-Marke getrieben hatte, kehrte dieser am Freitag wieder etwas unter diese Marke zurück.
Experten sehen darin aber noch keine Rückkehr der Risikobereitschaft. Diesbezüglich basieren derzeit Hoffnungen vor allem auf der Berichtssaison, die zuletzt richtig Fahrt aufgenommen hat. Nach den Sorgen, die am Vortag vom Google-Mutterkonzern Alphabet und dem Elektroautobauer Tesla befeuert wurden, gab es nun bessere Nachrichten von Intel und dem deutschen Software-Konzern SAP . Beide hatten am Vorabend nach US-Börsenschluss ihre Zahlen vorgelegt.
SAP stützt am Freitag mit überzeugenden Cloud-Vertragsbüchern in der Breite den Softwaresektor. Laut dem Analysten Oliver Frey von der Privatbank Metzler kann das zweite Quartal die zuletzt spürbaren Bedenken vor einem störenden KI-Einfluss etwas mildern. In den USA steuern die Kurse von Oracle oder Salesforce mit Erholungen um bis zu zwei Prozent darauf zu, den SAP-Aktien nach oben zu folgen. Oracle vermeldete zudem noch einen langfristigen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium.
Intel profitiert derweil kräftig vom laufenden Boom der KI-Technologien. Dies zeigte sich erneut in dem Quartalsbericht des Prozessorherstellers, dessen Aktien vorbörslich 3,6 Prozent zulegten. Die Resultate für das zweite Quartal und der Ausblick auf das dritte Jahresviertel hätten die Erwartungen deutlich übertroffen, schrieb Harlan Sur. Titel des Konkurrenten AMD legten ausserdem 1,6 Prozent zu. Hier verwies das Analysehaus Bernstein Research auf ermutigende Aussagen im Rahmen eines Investorentags.
Unter den Standardwerten wirkten Quartalsberichte negativ auf die Kurse einiger grosser Unternehmen. Der Kurs des Telekom-Anbieters Verizon drehte nach anfangs noch positiver Reaktion vorbörslich mit einem Prozent ins Minus. Damit wirkte es sich nur kurz positiv aus, dass das Unternehmen im Mobilfunk- und Breitbandgeschäft mehr verdient hat als erwartet.
Die Anteile von American Express setzten ihren Abwärtstrend der vergangenen Tage mit einem vorbörslichen Abschlag von fast vier Prozent fort, obwohl der Kreditkartenkonzern sein Umsatzziel nach dem ersten Halbjahr anhob. Für das zweite Quartal wurde aber von einem Umsatz und Netto-Gebühreneinnahmen knapp unter den Erwartungen berichtet./tih/jha/