Richemont schreibt weiter an der Wachstumsstory

vor 2 Stunden

Beschreibung

Genf (awp) - Dem Luxusgüterkonzern Richemont ist ein Traumstart in das im April angelaufene Geschäftsjahr 2026/27 geglückt. Weder der Kriegsausbruch im Nahen Osten noch die vielerorts gedämpfte Stimmung unter Konsumentinnen und Konsumenten konnten den Genfer Konzern stoppen. Vor allem das Schmuckgeschäft mit Cartier und Van Cleef & Arpels gewinnt weiter an Grösse.

Von April bis Juni 2026 wuchs der Gruppenumsatz von Richemont um Währungseffekte bereinigt um 20 Prozent, wie der Konzern am Mittwoch bekanntgab. Damit hatten im Vorfeld selbst die optimistischsten Analysten nicht gerechnet. Die Wachstumsprognosen der von AWP befragten Experten reichten von 8 bis gut 15 Prozent. Sie wurden vor allem vom guten Abschneiden der Schmucksparte auf dem falschen Fuss erwischt.

Angaben zu den Ergebnissen machte der Konzern zum ersten Quartal wie üblich nicht. Und auch was Prognosen angeht, hielt sich das Management um Verwaltungsratspräsident Johann Rupert erneut bedeckt.

Verkaufsschlager Schmuck

Mit teuren und innovativen Schmuckstücken gelang Richemont im Startquartal ein Wachstumssprung von bereinigt 24 Prozent. Das sei das siebte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum gewesen, hiess es. Die Sparte, zu der nebst den beiden grossen Maisons auch die kleineren italienischen Hersteller Buccellati und Vhernier zählen, steuerte rund drei Viertel zum Konzernumsatz von 6,33 Milliarden Euro bei.

Doch nicht nur mit Schmuck wusste Richemont zu überzeugen, auch die kleinere Uhrensparte mit bekannten Marken wie IWC, Piaget oder Jaeger LeCoultre trug zur guten Entwicklung bei. Zwar bewegte sich das Wachstum mit Uhren im Berichtsquartal mit 8 Prozent auf einem tieferen Niveau. Im vergangenen Jahr hatte Richemont in diesem Geschäft allerdings noch sinkende Verkaufszahlen verbucht.

US-Wachstum hält an

Im Grossraum China, der auch die für Luxus-Shopping bekannten Metropolen Hongkong und Macau umfasst, blieben die Uhrenverkäufe jedoch weiter unter Druck, wie es hiess. Demgegenüber habe sich dort die Nachfrage nach Schmuck sehr gut entwickelt. Mit zusätzlichem Rückenwind etwa aus Südkorea oder Taiwan kletterte der Umsatz in der Region Asien Pazifik um 21 Prozent in die Höhe.

Gar um 36 Prozent legte das Geschäft in der eigenständig geführten Marktregion Japan zu. Richemont führte dies auch auf die tiefe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr zurück. In den USA surft die Gruppe derweil weiterhin auf einer Wachstumswelle: Die Verkäufe in der Region Amerika stiegen um 27 Prozent. Zudem gaben US-Touristen viel Geld für Luxuskäufe auch auf Reisen durch Europa aus, wo Richemont mit 11 Prozent wuchs.

Einigermassen gut hat sich der Konzern auch in der Region Naher Osten & Afrika geschlagen. Trotz der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran und den damit verbundenen Folgen für Ferien- und Shopping-Destinationen wie Dubai wuchs Richemont in dieser Region um 3 Prozent. Dabei habe die "robuste" lokale Nachfrage den Rückgang der Verkaufszahlen mit Touristinnen und Touristen mehr als kompensiert, so Richemont.

Aktie auf Allzeithoch

An der Börse wurde das gute Abschneiden im Berichtsquartal mit Applaus quittiert. Die Aktien kletterten gleich zu Handelsbeginn mit 196,95 Franken auf ein Allzeithoch und gingen mit einem Plus von 6,7 Prozent auf 195,60 Franken aus dem Handel. Im Sog davon gewannen die Inhabertitel der Swatch Group 3,4 Prozent. Swatch dürfte den Halbjahresbericht 2026 in den kommenden Tagen vorlegen.

mk/uh