Marktreaktion
vor 7 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Die Aktien des Schmuck- und Luxusgüterkonzerns Richemont sind am Mittwoch in einem schwachen Gesamtmarkt fulminant in den Handel gestartet. Die Gruppe hat die Umsätze im Startquartal des Geschäftsjahres 2026/27 stark gesteigert und die Markterwartungen bei weitem übertroffen. Einmal mehr brillierten dabei die Schmuckmarken Cartier und Van Cleef & Arpels.
Gegen 09.40 Uhr schnellen Richemont an der Schweizer Börse um 5,8 Prozent auf 194,00 Franken nach oben. Kurz nach Handelsbeginn rückten die Titel bei 196,95 Franken auf ein neues Allzeithoch vor. Im Sog von Richemont legt auch Branchennachbar Swatch zu. Die Inhaberaktie der Swatch Group gewinnen 0,9 Prozent auf 204,80 Franken, während der Gesamtmarkt (SMI) 0,2 Prozent verliert. Swatch legt in den nächsten Tagen die Zahlen zum ersten Halbjahr vor.
Richemont löst mit den Zahlen zur Umsatzentwicklung in den Monaten April bis Juni unter den Analysten Begeisterung aus. Richemont habe sogar die optimistischsten Erwartungen klar übertroffen, heisst es etwa bei der UBS. In Lokalwährungen gerechnet stiegen die Verkäufe des Konzerns um 20 Prozent, die Analystengemeinde hatte im Durchschnitt (AWP-Konsens) hingegen "nur" mit einem Zuwachs von 11,5 Prozent gerechnet.
Der Luxusgüterkonzern habe mit den Umsatzzahlen die Marktvorgaben auf breiter Front klar übertroffen, schreibt auch der zuständige Bernstein-Experte. Vor allem das Schmuckgeschäft sei mit einem bereinigten Wachstum von 24 Prozent deutlich stärker als erwartet gewachsen. Doch auch die Uhrenmarken hätten sich mit Ausnahme in Grosschina gut entwickelt.
Ähnlich klingt es bei der ZKB: Die Umsätze von Richemont hätten sich entgegen aller Konsumbedenken brillant entwickelt. Dabei sei der Shift zu Markenschmuck mit ikonischen Kollektionen wie "Love" und "Panthère" von Cartier oder "Alhambra" und "Perlée" von Van Cleef & Arpels ein zentraler Wachstumstreiber für die Gruppe. Positiv ins Gewicht fielen laut Analyst Gian Marco Werro auch neue Produktlinien sowie die Renovierung von Boutiquen.
Richemont habe im ersten Quartal ein "stratosphärisches" Umsatzwachstum erzielt und bewege sich damit in der Luxusgüterbranche in einer eigenen Liga, hält Manuel Lang von der Bank Vontobel fest. Besonders stark habe sich das Geschäft in Amerika sowie jenes in Japan entwickelt, dort allerdings von einem niedrigen Vorjahresniveau aus. Ein Wermutstropfen sei allerdings der Umsatzrückgang mit Uhren in Grosschina (China, Hongkong, Macau).
Kurzfristig bleibe das Marktumfeld für Richemont zudem nach wie vor mit Risiken behaftet, warnt ZKB-Analyst Werro. Mit der Sorge vor steigenden Benzin- und Flugticketpreisen bleibe der Inflationsdruck hoch und die Konsumentenstimmung könne sich als Folge davon eintrüben. Das belaste das Geschäft mit Schmuck und Uhren.
mk/ls