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Beschreibung
DÜSSELDORF (awp international) - Der anvisierte Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS steht laut einem Pressebericht vor dem Aus. Stattdessen wollten die deutschen Eigentümer ihre Anteile an den deutschen Staat verkaufen, berichtete das "Handelsblatt" am Mittwoch und berief sich auf mehrere Personen, die mit den Verhandlungen vertraut seien. Eine Sprecherin des Panzerbauers betonte jedoch, der Börsengang bleibe die Priorität des Unternehmens. Die Gespräche zwischen den Miteignern und der Bundesregierung wollte sie hingegen nicht kommentieren.
Dem Bericht zufolge soll KNDS voraussichtlich zu einem Staatskonzern werden. Der ursprüngliche Plan für einen Börsengang werde nicht länger verfolgt. Eine endgültige Entscheidung solle es in den nächsten Wochen geben. Verhandelt werde vor allem noch über den Preis.
KNDS-Chef Jean-Paul Alary hatte schon Anfang Oktober im "Handelsblatt" beteuert, dass das Unternehmen an seinen Börsenplänen festhält. "Der Börsengang ist vorerst ausgesetzt, aber nicht abgesagt", hatte er ebenfalls dem "Handelsblatt" gesagt. Die derzeit erzielbare Bewertung entspreche nicht den Erwartungen der Anteilseigner.
Deshalb hatte KNDS das Vorhaben schon im Juni auf Eis gelegt. Der Verwaltungsrat des französisch-deutschen Konzerns habe das Management aber gebeten, sich bereitzuhalten, "dass es jederzeit losgehen kann", sagte Alary.
KNDS baut unter anderem den deutschen Kampfpanzer Leopard 2. Bislang halten die deutschen Familien Braunbehrens und Bode über die Wegmann-Holding die Hälfte der Anteile an dem Konzern. Die andere Hälfte gehört dem französischen Staat. Ursprünglich war geplant, dass der deutsche Staat 40 Prozent am Unternehmen kauft, Frankreich seinen Anteil auf ebenfalls 40 Prozent reduziert und die übrigen 20 Prozent an Anleger an der Börse gehen.
Doch der Börsengang war mehrfach verschoben worden. Hintergrund ist das schwierige Marktumfeld für Rüstungsaktien. Die Eigentümerfamilien sehen dem Bericht zufolge deshalb derzeit keine Chance, mit dem Börsengang wie zuletzt erhofft mindestens 15 Milliarden Euro zu erlösen.
Angesichts fehlender Alternativen halte die Bundesregierung die Übernahme der gesamten 50 Prozent der KNDS-Anteile der Familien für sinnvoll, schreibt die Zeitung. Dies solle eine französische Dominanz bei dem Panzerbauer verhindern. KNDS, die Wegmann-Holding und das Wirtschaftsministerium wollten sich zu dem Vorgang der Zeitung gegenüber nicht äussern./stw/nas/he