Partners Group: Nach Rücknahme-Wirbel schwieriges Halbjahr erwartet

Ausblick Halbjahreszahlen

vor 2 Stunden

Beschreibung

Baar (awp) - Nach den Rücknahmeforderungen für mehrere Fonds ist klar, dass Partners Group ein schwieriges zweites Quartal hinter sich hat. Die Analysten rechnen im Durchschnitt zwar mit einem leichten Anstieg der verwalteten Vermögen per Ende Juni. Damit dürfte das Wachstum aber deutlich unter dem üblicherweise angestrebten Wachstum von durchschnittlich rund 10 Prozent im Jahr liegen.

Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter veröffentlicht am Mittwoch, 15. Juli, nachbörslich die Zahlen zu den verwalteten Vermögen (AuM) per 30. Juni 2026 und zur Kundennachfrage im ersten Halbjahr. Insgesamt haben fünf Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.

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per 30.06.2026
(in Mrd USD)     AWP-Konsens  per 31.12.2025  

AuM                 186,7         185,0

H1 2026
(in Mrd USD)     AWP-Konsens  H1 2025  

Kapitalzusagen       14,0      12,2

Was steht im Fokus?

Im Fokus stehen die Rücknahmeforderungen bei den Evergreen-Fonds. Jegliche Angaben zum Verlauf bei der Nachfrage nach diesen Programmen sowie Aussagen bezüglich Erwartungen im zweiten Halbjahr würden mit Spannung erwartet, heisst es etwa bei der ZKB. Gleiches gelte für Aussagen zu Performance-Fees sowie zum Exit-Umfeld.

Anfang Juni waren beim Zuger Asset Manager erhöhte Rücknahmeforderungen für mehrere seiner Evergreen-Fonds bekannt geworden. Partners Group verwies in der Mitteilung auf die branchenweit erhöhte Volatilität bei den Mittelzuflüssen in offene Evergreens: Der Trend habe mit Private Credit-Vehikeln begonnen und sei nun auch auf Private Equity übergeschwappt, hiess es damals.

Zusätzlich unter Druck geraten war die Zuger Gesellschaft im Mai nach Vorwürfen des Shortstellers Grizzly. Die US-Gesellschaft, die oft als "Leerverkäuferin" auf sinkende Aktienkurse setzt, hatte Partners Group unter anderem vorgeworfen, den Wert ihrer Evergreen-Fonds zu hoch auszuweisen. Die Schweizer Finanzgesellschaft kündigte rechtliche Schritte gegen Grizzly an.

Wie hat das Management reagiert?

Partners Group denkt darüber nach, sein Angebot an Private-Equity-Anlagen für vermögende Kunden zu reduzieren. Trotz des Kurssturzes sehe man jedoch keine Notwendigkeit, die Strategie und den Anlageansatz zu ändern, sagte Verwaltungsratspräsident Steffen Meister in einem Interview mit Bloomberg Ende Juni. Die Mittelabflüsse hätten überwiegend vermögende Kunden aus Asien verursacht und nicht institutionelle Anleger, welche die Kernzielgruppe von Partners Group sind.

Insgesamt zeigte sich Meister überrascht vom starken Kursrückgang, räumte gleichzeitig aber auch Fehler in der Kommunikation ein. Firmenmitgründer Fredy Gantner hatte zuvor bereits im Interview mit der "Sonntagszeitung" gesagt: "Wir müssen definitiv besser und proaktiver kommunizieren." Gantner bezeichnete die heftige Marktreaktion auf die jüngsten Entwicklungen als Branchenproblem und als "massive Überreaktion".

Welche Ziele hat das Management ausgegeben?

Partners Group erwartet 2026 ein solides Wachstum der verwalteten Vermögen trotz der jüngsten Unsicherheiten rund um die Evergreens. Für das laufende Jahr werden weiterhin Kapitalzusagen im Umfang von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar erwartet, wie das Unternehmen Anfang Juni bestätigte. Im ersten Halbjahr 2026 sollten die Zuflüsse bei Evergreen-Fonds zudem die Abflüsse übersteigen.

2025 akquirierte Partners Group Kapitalzusagen in der Höhe von 26 Milliarden. Bis Ende 2025 stiegen die verwalteten Vermögen damit auf 185 Milliarden Dollar. Langfristig sollen die verwalteten Vermögen laut Angaben vom März bis 2033 auf 450 Milliarden Dollar ansteigen.

Was macht die Aktie?

Die Titel von Partners Group sind im laufenden Jahr massiv zurückgekommen. Zunächst fielen sie im März auf ein Mehrjahrestief bei unter 800 Franken - im Zuge der Ängste über negative Auswirkungen der KI-Welle auf die Private-Equity-Branche. Nach einer leichten Erholung ging es dann im Juni mit den Turbulenzen rund um die Evergreens stark bergab. Ein Mehrjahrestief erreichten Partners Group am 26. Juni bei 632,40 Franken.

Aktuell kosten die Aktien 695 Franken das Stück und damit weniger als die Hälfte im Vergleich zum zuletzt markierten Hoch Mitte Februar 2025 bei 1426,50 Franken. Das Allzeithoch bei 1667 Franken vom November 2021 ist in weite Ferne gerückt.

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