Medacta-Aktien brechen nach Gewinnwarnung ein

Beschreibung

Zürich (awp) - Ein allgemeiner Ausverkauf an den Börsen und dann noch eine Gewinnwarnung - das ist für viele Medacta-Anleger zu viel. Sie ziehen die Reissleine und verkaufen zu Wochenschluss die Papiere des Tessiner Orthopädieunternehmens.

Gegen 09.20 Uhr sacken die Papiere um 10 Prozent auf 110,80 Franken ab. Damit steht im bisherigen Jahresverlauf ein Verlust von rund 30 Prozent zu Buche. Der am SPI gemessene Gesamtmarkt verliert am Freitag zeitgleich 1,5 Prozent.

Medacta hatte am Vorabend überraschend eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr ausgesprochen. Grund dafür ist die schleppende Entwicklung auf dem amerikanischen Gesundheitsmarkt. Dort ist die in der zweiten Jahreshälfte erwartete Erholung ausgeblieben.

Statt mit einem Wachstum von 10 bis 14 Prozent rechnet das Management nun nur noch mit einem Umsatzplus von 9 Prozent. Gleichzeitig dürfte die operative Gewinnmarge stagnieren, statt wie versprochen zu steigen.

Die Gewinnwarnung kommt laut der UBS zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da sich die Anleger zuletzt wieder auf eine Erholung im zweiten Halbjahr eingestellt hätten. Das werde in der Folge auch die Gewinnschätzungen der Analysten schmälern. Die ZKB geht davon aus, dass sich die Marktverlangsamung über mehrere Semester ziehen wird.

Die Gründe für die schwächeren Eingriffszahlen in den USA seien dem Firmenchef zufolge noch nicht abschliessend geklärt, berichtet Octavian. Der zuständige Analyst hält aber gleichzeitig fest, dass Medacta in den USA weiterhin Marktanteile gewinne.

ra/cg