"Magnificent 7": Ist der Kursrückschlag eine Kaufchance?
VZ Analyse
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der "Magnificent 7" ist auf das Niveau von vor 10 Jahren zurückgefallen. Ein Blick auf die Zahlen liefert Hinweise, ob sich der Einstieg jetzt lohnt.
Publiziert vor 5 Stunden
Autor
Ramon Hess
Funktion Anlageexperte
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Die "Magnificent 7" galten lange als Synonym für hohe Bewertungen. Anleger waren bereit, für das überdurchschnittliche Gewinnwachstum von Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet, Meta und Tesla deutliche Bewertungsaufschläge zu bezahlen.
Aktien kaufen: Das sind die wichtigsten Kennzahlen
Merkblatt
Dieses Bild hat sich inzwischen deutlich verändert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der "Magnificent 7" ist auf das Niveau von vor zehn Jahren gefallen.
Damit liegt die Bewertung der "Magnificent 7" inzwischen wieder in Reichweite des Niveaus des S&P 500. Ende Juni belief sich das KGV des US-Leitindex auf 27,5.
Der Rückgang des KGV der "Magnificent 7" hat zwei wesentliche Ursachen. Einerseits mussten einzelne Titel in den vergangenen Monaten Kursrückschläge hinnehmen. Andererseits sind die Unternehmensgewinne kräftig gestiegen.
Vor allem der Boom rund um die künstliche Intelligenz hat die Gewinne der Technologiekonzerne stark angetrieben. Dadurch erscheinen die Aktien gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis heute deutlich günstiger als noch vor wenigen Jahren.
Sind die Titel nun günstig bewertet?
Ein tieferes KGV allein macht eine Aktie noch nicht attraktiv. Entscheidend ist vielmehr, ob die Unternehmen das hohe Gewinnwachstum weiterführen können.
Auf den ersten Blick verfügen die "Magnificent 7" hier weiterhin einen klaren Wettbewerbsvorteil. Sie dominieren zahlreiche Zukunftsmärkte wie künstliche Intelligenz, Cloud Computing oder digitale Werbung und verfügen über enorme finanzielle Ressourcen, um ihre Marktstellung weiter auszubauen.
Diese Stärke zeigte sich in den vergangenen Jahren eindrücklich beim Gewinn je Aktie. Die Gewinnschere zwischen den "Magnificent 7" und dem S&P 500 öffnete sich kontinuierlich.
Allerdings dürfte sich das Gewinnwachstum in den kommenden Jahren allmählich normalisieren. Die Unternehmen profitierten rund um den KI-Boom. Die aussergewöhnlich hohen Wachstumsraten lassen sich langfristig jedoch nur schwer aufrechterhalten.
Ein Blick auf die Gewinnschätzungen bestätigt dieses Bild. Laut Bloomberg wird für die "Magnificent 7" im Jahr 2026 gegenüber dem Vorjahr zwar noch ein Gewinnanstieg je Aktie von rund 42 Prozent erwartet. Für den S&P 500 rechnen Analysten mit einem Plus von 29 Prozent. Bereits 2027 schrumpft dieser Vorsprung jedoch deutlich: Für beide Indizes liegt das erwartete Gewinnwachstum gemäss Konsensschätzungen bei rund 16 Prozent.
Auch bei den Gewinnmargen dürfte sich die Lücke allmählich verkleinern. Zwar erzielen die "Magnificent 7" weiterhin deutlich höhere Margen als der Gesamtmarkt. Laut Bloomberg dürfte ihre Profitabilität ab 2027 jedoch leicht zurückgehen, während sich die Gewinnmargen des S&P 500 weiter verbessern.
Fazit
Die niedrigeren Bewertungen sprechen dafür, dass sich das Chance-Risiko-Verhältnis der "Magnificent 7" gegenüber den Vorjahren verbessert hat. Anleger bezahlen heute deutlich weniger für einen Dollar Unternehmensgewinn als noch vor wenigen Jahren.
Gleichzeitig dürfte das aussergewöhnliche Gewinnwachstum der vergangenen Jahre kaum dauerhaft anhalten. Mit der zunehmenden Reife des KI-Zyklus ist vielmehr mit einer Normalisierung der Gewinnentwicklung zu rechnen. Davon könnten andere Unternehmen im S&P 500 zunehmend profitieren, während sich der Wachstumsvorsprung der "Magnificent 7" verringert.
Das hohe Gewinnwachstum verlagert sich momentan eher zu den Zulieferern der KI-Infrastruktur, etwa zu Speicherchipherstellern wie Micron oder SK Hynix, die direkt von den hohen Investitionen profitieren.
Vor diesem Hintergrund erscheint eine breite Abdeckung des S&P 500 langfristig attraktiver, als ausschliesslich auf die "Magnificent 7" zu setzen.
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