Märkte geben weiter nach - Anleiherenditen beunruhigen

Aktien Europa

vor 2 Stunden

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PARIS/LONDON/ZÜRICH (awp international) - An den europäischen Aktienmärkten ist es am Donnerstag weiter nach unten gegangen. Marktexperte Andreas Lipkow verwies auf gestiegene Anleiherenditen, hohe Ölpreise und Zinsängste als Belastungsfaktoren. "Im Nahen Osten ist eine schnelle diplomatische Lösung weiterhin nicht in Sicht", so der Chef-Marktanalyst vom Broker CMC Markets. "Gleichzeitig sorgen die zuletzt robusten US-Konjunkturdaten für zusätzlichen Druck am Anleihemarkt, weil sie Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank am Leben halten."

Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,46 Prozent auf 6.270,63 Punkte. Ausserhalb der Eurozone tendierte der britische FTSE 100 kaum verändert, während der Schweizer Leitindex SMI um 0,25 Prozent auf 13.887,10 Punkte sank. Die Schweizer Notenbank hatte ihren Leitzins wie erwartet bei null Prozent belassen. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Inflationsprognose nur leicht.

Schwächster Sektor waren die Autowerte, die sich damit wieder den bisherigen Jahrestiefs näherten. Finanzdienstleister litten unter der Schwäche des Schwergewichts UBS , dessen Aktie um 2,3 Prozent nachgab. Am Mittwoch hatte sich der Schweizer Ständerat für eine deutliche Verschärfung der Eigenmittelvorschriften ausgesprochen.

Zu den Verlierern gehörten auch die Aktien von H&M , die nach Zahlen um 2,1 Prozent sanken. Die Analysten der RBC interpretierten den Bericht des Bekleidungshändlers zum dritten Quartal als durchwachsen. Bereinigt habe das Zahlenwerk die Schätzungen zwar leicht übertroffen. Die Lagerbestände seien aber hoch und der Ausblick für die Margenentwicklung vorsichtig. Die Experten der Deutschen Bank bemängelten, dass sich eine klare Verbesserung der Umsatzentwicklung trotz der Bemühungen des Managements noch nicht abzeichne.

Besser sah es bei dem britischen Bekleidungsanbieter Asos aus. Die Aktie kletterte mit acht Prozent Aufschlag auf das höchste Niveau seit drei Jahren. Das Unternehmen hatte die Ergebnisprognose nach oben angepasst. Analysten erhöhten daraufhin ihre Schätzungen und Kursziele.

Wenig bewegt präsentierten sich dagegen die Aktien von Schneider Electric nach einer Übernahmeankündigung. Der Konzern steht demnach vor der Akquisition der bulgarischen Shelly Group . Die Franzosen wollen für den Hersteller von intelligenten Elektro-Geräten (smart devices) aus dem SDax ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot über 70 Euro je Aktie unterbreiten. Beide Unternehmen unterzeichneten dazu eine entsprechende Vereinbarung./mf/men