Lonza setzt sich ambitionierte Finanzziele

vor 13 Stunden

Beschreibung

Basel (awp) - Lonza will nach Abschluss der Transformation zu einem fokussierten Pharmazulieferer noch profitabler werden. Die Basler haben am Mittwoch im Vorfeld eines Investorentages ihre neuen finanziellen Ziele vorgesellt.

Der am sogenannten "Kern-EBITDA" gemessene Betriebsgewinn soll auch in Zukunft schneller wachsen als der Umsatz, erklärte Lonza in einem Communiqué. Konkret strebt das Unternehmen in der mittleren Frist ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von 10 bis 13 Prozent zu konstanten Wechselkursen an.

Der Betriebsgewinn-Marge soll gleichzeitig in den hohen 30er-Prozentbereich steigen. Zum Vergleich: In 2026 erwartet Lonza eine Marge von 33 bis 34 Prozent und das bei einem in Lokalwährungen gerechneten Umsatzwachstum von 11 bis 12 Prozent.

Mehr Klarheit bei mittelfristigen Zielen

Lonza hat sein Wachstumsversprechen nicht grundsätzlich verändert, aber konkretisiert. Nach dem bisherigen Modell strebte das Unternehmen ebenfalls ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich an. Dabei sollte der Betriebsgewinn schneller als die Verkäufe zulegen.

Neu formuliert Lonza auch konkrete Ambitionen für die Kapitalrendite und die Cashflow-Generierung. So nimmt Lonza etwa die Rendite auf dem investierten Kapital (ROIC) sowie eine weitere Verbesserung der Cashflow-Generierung ausdrücklich in das mittelfristige Finanzmodell auf.

Demnach soll der ROIC das Zwei- bis Dreifache der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) erreichen. Und der Investitionsaufwand soll weiterhin im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich des Umsatzes schwanken.

Eine dauerhaft höhere Marge und ein höherer ROIC können die Wertschöpfung pro investiertem Franken steigern. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Lonza strebt eine jährlich stabile oder steigende Dividende je Aktie an und behält sich zudem selektive Aktienrückkäufe vor.

Umbau abgeschlossen

Lonza-Chef Wolfgang Wienand und sein Management-Team werden später am Tag in Vacaville (Kalifornien) an einem Investorentag über jüngsten Fortschritte der "One Lonza"-Strategie berichten. Diese hatte Wienand dem Unternehmen Ende 2024 verschrieben.

Die Umsetzung des neuen Organisationsmodells mit drei integrierten Geschäftsplattformen trat am 1. April 2025 in Kraft. Ein zentraler Schritt der Transformation war die Trennung vom Kapselgeschäft.

Seither richtet sich Lonza konsequent auf das sogenannte CDMO-Geschäft aus. Als "Contract Development and Manufacturing Organization" entwickelt und produziert Lonza Medikamente für Pharma- und Biotechunternehmen.

Das Geschäft mit Kapseln und Nahrungsergänzungsmitteln (CHI) - die Division soll im zweiten Semester 2026 an die Private-Equity-Gesellschaft Lone Star Funds gehen - hat sich laut Lonza wie erwartet entwickelt. Nach Vollzug des Deals ist noch im vierten Quartal 2026 ein Aktienrückkauf über 500 Millionen Franken geplant, bekräftigte Lonza.

ra/tp