Indizes behaupten Vortagesgewinne - Ölpreis hilft

Aktien New York Ausblick

vor 2 Stunden

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NEW YORK (awp international) - Die US-Börsen dürften am Dienstag ihre teils fulminanten Vortagsgewinne weitgehend behaupten. Als Kursstütze nach der KI-Rally erweisen sich die weiter sinkenden Ölpreise.

Eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Nasdaq 100 mit 30.474 Punkten nur minimal unter dem gestrigen Schlusskurs. Zu Wochenbeginn hatte der Tech-Index um 2,8 Prozent angezogen und sich so seinem Rekord aus dem Juni bis auf weniger als 300 Punkte genähert. Neben dem Kurssprung von Börsen-Schwergewicht Meta , das von der offenbar gut gelaufenen Markteinführung des KI-Assistenten Muse profitierte, waren dafür die teilweise noch deutlicheren Gewinne der Halbleiter-Zulieferer verantwortlich.

Den vortags nicht ganz so starken Leitindex Dow Jones Industrial erwartet IG am Dienstag 0,4 Prozent höher bei 52.278 Punkten.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand vor Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal Leerverkäufe bei Technologie- und KI-Aktien tätigt", sagte David Kruk, Leiter des Handels beim Vermögensverwalter La Financière de l'Echiquier in Paris. "Ausserdem besteht die Hoffnung, dass Trump einen Weg finden wird, die Ölpreise noch vor den Zwischenwahlen zu senken."

Im November wird unter anderem das gesamte US-Repräsentantenhaus sowie gut ein Drittel des Senats neu gewählt. Wegen des in den Vereinigten Staaten unpopulären Iran-Kriegs muss US-Präsident Donald Trump um die knappen Mehrheiten seiner republikanischen Partei in beiden Parlamentskammern fürchten.

Zunächst setzte aber die Verhandlungsbereitschaft der iranischen Führung die Preise für den wichtigen Rohstoff wieder unter Druck. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf betonte allerdings laut iranischen Medienberichten: "Diplomatie bedeutet keine Kapitulation, sondern die Umwandlung der Stärke auf dem Feld in politische Errungenschaften." An Trump gerichtet sagte der iranische Chef-Unterhändler: "Er muss wissen, dass er dem iranischen Volk und den Streitkräften seine Macht nicht aufzwingen kann."

Unterdessen traf Irans Präsident Massud Peseschkian in New York zur UN-Generalversammlung ein. An diesem Mittwoch wird er dort eine Rede halten. Beobachter spekulieren auch über mögliche Treffen der iranischen Delegation mit Vermittlern oder US-Regierungsvertretern.

Bei den in New York gelisteten Anteilsscheinen von Alibaba zeichnen sich nach der jüngsten Kurserholung am Dienstag weitere Gewinne von 3,1 Prozent ab. Der chinesische Amazon -Konkurrent bringt den nach eigenen Angaben leistungsstärksten KI-Chip Chinas auf den Markt. Dieser soll dem Branchenführer Nvidia Konkurrenz machen und den massiven Ausbau der eigenen Rechenzentrumskapazitäten in den kommenden Jahren unterstützen. Die Nvidia-Aktien notierten knapp im Minus.

Für andere, zuletzt besonders rasant erholte Halbleiteraktien zeichnen sich bescheidene Rücksetzer ab. So sanken ARM Holdings , Intel und AMD vorbörslich um jeweils etwas mehr als ein Prozent. Bei AMD hatte der Börsenwert am Montag erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar übersprungen.

Die Anteile des asiatischen Fahrdienstleisters und Tech-Unternehmens Grab dürften sich mit plus 4,8 Prozent etwas stabilisieren. Ihnen half die Meldung, dass Konzernchef Anthony Tan der US-Börsenaufsicht SEC umfangreiche Aktienkäufe meldete. Bereits am Montag hatten die Papiere nach langer Talfahrt einen Stabilisierungsversuch unternommen.

Auch beim Videospiele-Händler Gamestop sorgten sogenannte Insider-Aktienkäufe für einen Kursanstieg um 4,1 Prozent./gl/mis