Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 10 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 09.50 Uhr):
SWISS RE (-0,7% auf 115,30 Fr.): El-Niño belastet
Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re gehören am Dienstag zu den wenigen Verlierern im SMI. Auch Mitbewerber wie Munich Re oder Hannover Re sind klar unter Druck. Am Markt wird auf neue Warnungen der Weltwetterorganisation (WMO) vor einem bevorstehenden El-Niño-Ereignis verwiesen. Nach Einschätzung der WMO liegt die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines starken El Niño in den kommenden Monaten bei rund 80 Prozent. Das Wetterphänomen könnte sich bis mindestens November halten und Dürren, Überschwemmungen sowie Hitzewellen weltweit verstärken. Für Rückversicherer bedeuten häufigere und intensivere Wetterextreme potenziell höhere Schadenszahlungen. Die hohe Dividendenrendite scheine die Anleger derzeit jedenfalls nicht von Verkäufen abzuhalten, heisst es am Markt. Die Swiss Re-Aktien notieren aktuell auf dem tiefsten Stand seit November 2024.
AVOLTA (-4,2% auf 45,78 Fr.): Grossaktionär Richemont steigt aus
Avolta stehen am Dienstagmorgen unter Verkaufsdruck. Der Grund: Grossaktionär Richemont steigt beim Reisedetailhandelskonzern aus. Wie in einem Morgenkommentar von Octavian zu lesen ist, konnte Richemont rund 7,3 Millionen Avolta-Aktien zu 45,35 Franken je Stück bei neuen Investoren unterbringen. Im Zuge dieser Platzierung fliessen der Luxusgütergruppe rund 330 Millionen Franken zu. Der Platzierungspreis liegt etwas mehr als 5 Prozent unter dem Schlussstand der Aktien vom Vorabend. Wie aus hiesigen Börsenkreisen verlautet, liegt der Abschlag in etwa im Rahmen vergleichbarer Transaktionen. Die letzte Aktienplatzierung bei Avolta geht auf Juni 2025 zurück. Damals trennte sich der chinesische Onlinehändler Alibaba von etwas mehr als 4 Millionen Titeln zu Kursen von 43,46 Franken je Stück. Richemont kaufte sich im Jahr 2017 mit zunächst 5 Prozent bei Avolta ein, um besseren Zugang zu Verkaufsstandorten für die eigenen Luxusmarken zu erhalten. Dass die Avolta-Aktien nach einem frühen Rücksetzer auf 45 Franken bereits wieder etwas Boden gutmachen können, überrascht hiesige Börsenbeobachter nicht. Denn an den fundamentalen Aussichten ändere sich für den Reisedetailhandelskonzern nach dem Ausstieg Richemonts grundsätzlich nichts, wie es heisst. Verhält es sich wie bei früheren Aktienplatzierungen, dürfte diese schon bald "verdaut" und die Scharte in der Aktienkursentwicklung schon bald wieder ausgewetzt sein.
Disclaimer: Die im Marktgespräch enthaltenen Informationen und Meinungen wurden im Profihandel zusammengetragen. Es handelt sich dabei ausschliesslich um vom Hörensagen übernommene Marktgerüchte und -spekulationen. AWP übernimmt weder für die Vollständigkeit noch für die Richtigkeit der Angaben und Informationen Gewähr. Rechtliche Schritte sind ausgeschlossen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kaufs- oder Verkaufsaufforderung dar. Die Inhalte dürfen nicht ohne Erlaubnis von AWP vervielfältigt oder weiterpubliziert werden und sind grundsätzlich für den Eigengebrauch bestimmt.
an/lb/hr