Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
23. Jul 2026
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.15 Uhr):
SMI (-1,1% auf 14'159): Technisch etwas angeschlagen nach Nestlé-Kurssturz
Der SMI hat unter anderem dank einer starken Entwicklung bei Nestlé von Anfang Juni bis zu seinem Jahreshoch am 6. Juli (14'464,53) gegen 10 Prozent zugelegt. Gestern nahm er nochmals Kurs auf das Jahreshoch - doch ging ihm knapp 37 Punkte vorher die Puste aus. Heute fällt der Leitindex wegen des Kurssturzes bei Nestlé nach Halbjahreszahlen erstmals wieder deutlicher zurück. Das macht den SMI aus technischer Sicht etwas anfällig für weitere Kursverluste. Im Fokus sei nun das Februar-Hoch bei 14'064 Punkten, heisst es in einem Kommentar von BNP Paribas. Bei einem Unterschreiten würde sich zunächst weiteres Korrekturpotenzial bis zur aktuell bei 13'946 Punkten verlaufenden 38-Tage-Linie eröffnen. Die Marke hat der SMI nun aber vorerst verteidigt: er fiel zwar im frühen Handel bis 14'062 und damit ganz knapp unter die genannte Marke, hat sich seither - u.a. dank starken Roche-Titeln - wieder bis 14'160 erholt. Sollte der Trend definitiv wieder nach oben gehen, würde die Marke von 15'000 Zählern laut den Analysten der französischen Bank dann etwas stärker ins Visier der Bullen geraten.
TEMENOS (-6,7% auf 62,25 Fr.): Nach Quartalszahlen auf Jahrestief
Die Aktien des Bankensoftware-Herstellers Temenos zählen am Donnerstag in einem insgesamt schwachen Markt zu den grössten Verlierern. Nach der Vorlage der Quartalszahlen am Vorabend fallen die Titel auf den tiefsten Stand des laufenden Jahres. Zwar überraschte das Unternehmen mit einer besseren Margenentwicklung als erwartet, was die Anleger aber nicht überzeugen konnte. "Temenos hat ein Umsatzproblem, kein Margenproblem", bringt es ein Analyst von Baader Europe auf den Punkt. Entscheidend sei nun nicht nur, ob die ins dritte Quartal verschobenen Aufträge tatsächlich realisiert würden, sondern auch, ob zusätzlich genügend neues Geschäft hinzukomme. Die bestätigte Jahresprognose setze jedenfalls eine "sehr starke" zweite Jahreshälfte voraus. Angesichts der hohen Verschuldung dürfte auch ein Aktienrückkauf im laufenden Jahr kein Thema mehr sein. Eine Rückkehr zum Jahreshöchst von 87 Franken von Mitte Januar liege damit in weiter Ferne, so ein Marktbeobachter.
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