Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 4 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.10 Uhr):
PARTNERS GROUP (-1,2% auf 702,20 Fr.): Wenn nichts mehr hilft
Bei Partners Group ist viel Geschirr zerschlagen. Das zeigt die heutige Kursreaktion auf eigentlich gleich mehrere positive Nachrichten. Es helfen weder die Aussagen von Firmengründer Fredy Gantner in der Sonntagspresse, noch hohe Aktienkäufe des Managements am Freitag. Nachdem das Private-Equity-Haus letzte Woche bei mehreren offenen Fonds wegen Geldabflüssen weitere Rücknahmen begrenzt hat, sei der Ruf stark angeschlagen und Investoren mieden den Titel, heisst es am Markt. Dazu passt, dass Oddo BHF das Rating auf 'Neutral' von 'Outperform' zurückgenommen hat. Die Bewertungen innerhalb des Sektors seien in letzter Zeit zwar gesunken, die Fragezeichen seien aber nach wie vor gross, hiess es zur Begründung. Auch aus charttechnischer Sicht gibt es keine Entwarnung. Ganz im Gegenteil, wie Chartanalyst Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel sagt: "Die Schleusen nach unten wurden letzte Woche so richtig geöffnet, Orientierungspunkte nach unten sind das Tief aus dem Dezember 2018 bei 581,50 Franken und das 2020er-Tief von 525 Franken."
GIVAUDAN (-0,4% auf 2'857 Fr.), DSM-FIRMENICH (-2,5% auf 61,16 Fr.): Goldman Sachs sattelt um
Der Vergleich zwischen den Aktien von Givaudan und denjenigen von DSM Firmenich ist bei den Analysten beliebt. Seit der Börsenkotierung von DSM-Firmenich in der Schweiz ist das direkte Duell der beiden Aromen- und Duftstoffhersteller noch stärker in den Fokus gerückt. Am Montag haben die Titel von Givaudan dabei klar die Nase vorn. So hat Goldman Sachs Givaudan gleich um zwei Stufen auf "Buy" von "Sell" hochgestuft und gleichzeitig das Rating für DSM-Firmenich auf "Sell" von "Neutral" gesenkt. Die Analysten setzen im aktuell unsicheren Umfeld auf Givaudans starke Preissetzungsmacht, die globale Kundenbasis, hohe Innovationskraft und robuste Margen, die das Unternehmen widerstandsfähiger gegen Inflation und eine schwächere Nachfrage machen sollen. DSM-Firmenich kämpft nach Ansicht von Goldman dagegen mit anhaltend schwachem organischem Wachstum, begrenztem Margenpotenzial und einer geringeren Fähigkeit, steigende Kosten an Kunden weiterzugeben. An der Börse hat diese Qualität allerdings ihren Preis: Givaudan wird bereits mit einer deutlichen Bewertungsprämie gehandelt. Marktteilnehmer weisen deshalb darauf hin, dass der weitere Verlauf des Rennens davon abhängt, ob der Konzern seinen Vorsprung dank der defensiven Qualitäten weiter ausbauen kann. Gelinge es DSM-Firmenich hingegen, die ehrgeizigen Wachstums- und Margenziele zu erreichen und die Lücken zu Givaudan zu verkleinern, könnte punkto Bewertung auch eine Aufholjagd der Aktie bevorstehen, heisst es.
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