Heute im Fokus: Novartis, Lindt&Sprüngli

Marktgespräch

Marktgespräch

Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.

vor 9 Stunden

Beschreibung

Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.05 Uhr):

NOVARTIS (+0,1% auf 118,22 Fr.): Milliarden-Deal stösst nicht nur auf positive Resonanz

Novartis nimmt im M&A-Geschäft auch weiterhin eine aktive Rolle ein. Am Freitag nun legt der Pharmakonzern mit einer Lizenzierungsvereinbarung mit der chinesischen Abogen Biosciences nach. Die Vereinbarung umfasst die Einlizenzierung des mRNA-Wirkstoffs ABO2203 zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen sowie eine Option auf weitere Produktkandidaten derselben Technologieplattform. Die Basler lassen sich ihren jüngsten Coup 575 Millionen US-Dollar im Voraus sowie Meilensteinzahlungen von bis zu 7,2 Milliarden Dollar kosten. Das macht die Lizenzvereinbarung mit Abogen Biosciences zur zweitgrössten Transaktion der letzten Jahre nach der 12 Milliarden Dollar schweren Übernahme der amerikanischen Avidity Biosciences. Spätestens seit einem Rückschlag mit dem von den Amerikanern entwickelten Wirkstoff Del-desiran wird dem Avidity-Kauf in Analystenkreisen mit Zurückhaltung begegnet. Auch die hohe Taktfrequenz bei der Abfolge von Firmenübernahmen und Einlizenzierungen durch die Basler stösst nicht mehr länger nur auf positive Resonanz. Einige kritische Beobachter, darunter mit David Samra der Geschäftsführer des Grossaktionärs Artisan Partners, wähnen den Firmenchef "Vas" Narasimhan gar in so etwas wie in einem Kaufrausch mit unklarem Erfolg für die Aktionäre. Und nichts scheut die Börse bekanntlich mehr als die Ungewissheit.

LINDT&SPRÜNGLI (PS -0,1% auf 7615 Fr.): Haben sich Aktie und Analysten ausgeschüttelt?

Es war keine leichte Woche für die Lindt&Sprüngli-Titel. Die Umsatzwarnung vom Dienstag mündete in einem Kursrutsch - denn es war bereits die zweite im laufenden Jahr. Analysten ruderten bei ihren Kurszielen und auch bei den Ratings teils drastisch zurück. Die Kommentare waren ebenfalls sehr deutlich. So zweifelten einige Experten die Prognosefähigkeit des Schoki-Herstellers an und stellten nicht zuletzt deswegen die bisherige Premium-Bewertung in Frage. Insgesamt reiht sich die vergangene Woche mit einem Kursminus von insgesamt knapp 13 Prozent quasi nahtlos in die Entwicklung der vergangenen Quartale ein. Denn auch auf längere Sicht schmilzt der Aktienkurs dahin wie eine Lindor-Kugel in der Sonne. Minus 34 Prozent seit Jahresbeginn, Rückschlag vom Hoch bei etwa 13'500 Franken für die Partizipationsscheine von über 40 Prozent und tiefster Stand seit Ende 2020. Für die Aktionäre braucht es da schon mehr als ein Stück Schokolade um die Stimmung zu verbessern. Und ob der Boden gefunden ist, muss sich auch erst noch zeigen.

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lb/dm/hr