Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 2 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.25 Uhr):
NESTLÉ (+1,1% auf 81,98 Fr.): L'Appétit vient en mangeant - der Appetit kommt beim Essen
Die Aktien von Nestlé setzen ihren zuletzt steilen Kursanstieg am Freitag ungebremst fort. Für die nötigen Impulse sorgt eine Unternehmensstudie aus dem Hause JPMorgan. Darin erhöht die zuständige Analystin des US-Hauses ihr Anlageurteil auf "Overweight" mit Kursziel von 100 (90) Franken. Die Analystin wähnt Nestlé mit Blick aufs 2027 vor dem besten Geschäftsjahr seit 2023. Dass sie in diesem Zusammenhang Raum für deutlich höhere Kurse sieht, ist nicht zuletzt auch der gedrückten Bewertung geschuldet. Nachdem die Aktien in den letzten Jahren weit unter das Rekordhoch bei 129,80 Franken zurückgefallen sind, errechnet sie unter Ausklammerung des L'Oréal-Pakets gerade noch ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15. Damit liegt die Bewertung am unteren Ende der langjährigen Bandbreite. Neben der für JPMorgan tätigen Analystin hat nur gerade ihr Berufskollege bei der Berenberg Bank ein Kursziel in dreistelliger Frankenhöhe. Andere Analysten liegen teilweise deutlich darunter. Darüber, ob die Valoren an die jüngsten Kursgewinne anknüpfen können, dürften nicht zuletzt die am kommenden Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden Neunmonatsumsatzzahlen entscheiden. Sollten dem Nahrungsmittelhersteller in den Monaten Juli bis September beim Mengenwachstum und den Absatzpreisen weitere Fortschritte gelungen sein, dann stehen die Chancen hierfür wohl gut.
SMG (+3,4% auf 30,10 Fr,): KI-Verlierer oder nicht?
Die meisten Aktionäre der SMG Group dürften bisher mit ihren Engagements nicht besonders glücklich geworden sein. Seit dem Börsendebut vor gut einem Jahr haben die Papiere des Plattformanbieters phasenweise mehr als die Hälfte verloren - im Tiefpunkt im Juni stürzten sie bis auf 23,00 Franken ab. Die Aktien wurden mit der rasanten KI-Entwicklung plötzlich wie ein heisses Eisen fallen gelassen, die Aktien galten schnell als grosser KI-Verlierer. Seither haben sie sich zwar wieder etwas erholt, sind aber mit rund 30 Franken noch weit von den Höchstständen entfernt. Aber immerhin hat das tiefe Niveau einige Investoren zum Einstieg veranlasst, seit gestern geht es steil aufwärts. Zu den neuen Investoren gehört etwa Martin Lehmann, Fondsmanager des 3V Invest Small & Mid Cap Fund. Er sieht SMG dank erheblicher Kosteneinsparungen in der Softwareentwicklung eher auf der Gewinnerseite, wie er gegenüber "The Market" sagte. Auch operativ und bezüglich Dividende habe das Unternehmen bislang überzeugt. Noch scheine das Potenzial bei vielen Marktteilnehmer nicht angekommen zu sein, heisst es im Handel. Um auf den Zug aufzuspringen, sei der Zeitpunkt daher wohl immer noch recht günstig.
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