Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 6 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.25 Uhr):
GURIT (-17% auf 28,70 Fr.): Schon wieder auf Chefsuche
Gerade einmal ein Jahr hat Tobias Lührig bei Gurit auf dem Chefsessel gesessen. Nun nimmt er überraschend seinen Hut. Zunächst übernimmt nun der Finanzchef Viktor Bernhardt die Chefrolle bei dem Verbundwerkstoff-Spezialisten. An der Börse kommen so plötzliche Abgänge selten gut an. Vielmehr werfen sie Fragen auf. Wenn die Aktie mit einem Jahresplus von 200 Prozent dann auch noch etwas heissgelaufen scheint, kann es schon mal zu verstärkten Reaktionen kommen. Vor allem ist der jetzige interimistische Nachfolger Bernhardt selber erst seit Anfang Dezember im Amt. Da hilft es zunächst auch wenig, wenn das Unternehmen beteuert, an Strategie, operativer Ausrichtung und Finanzprognose festzuhalten. Bei der UBS wird dieser plötzliche Abgang denn auch sehr kritisch gesehen: Dies sei negativ für die Stimmung und komme zur hohen Fluktuation in der Unternehmensführung der letzten Jahre noch hinzu.
SFS GROUP (-7,9% auf 128,80 Fr.): Herunterstufungen setzen den Aktien zu
Für die Aktien der SFS Group kommt es am Freitag geballt: Nicht nur bei der UBS, auch bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) kassieren die jeweils zuständigen Analysten am Tag nach den Halbjahreszahlen ihre Kaufempfehlungen. Zwar erhöht der UBS-Experte seine Gewinnschätzungen für den Hersteller von Präzisionskomponenten um bis zu 4 Prozent und veranschlagt neuerdings ein Zwölf-Monats-Kursziel von 145 (130) Franken. Nach dem guten Lauf der Aktien in den Wochen vor der Zahlenvorlage senkt er das Rating aber auf "Neutral" von "Buy". Seines Erachtens nimmt das momentane Kurs- und Bewertungsmodell künftige Ergebnisverbesserungen bereits vorweg. Bei der ZKB kommt der zuständige Experte zu einem ähnlichen Urteil. Auch er hat seine Gewinnerwartungen unter positiven Vorzeichen überarbeitet, stuft die Papiere aber wegen des ausgeglichenen Chancen-/Risiko-Verhältnisses auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" herunter. Händler erklären sich die einschneidenden Kursverluste nicht zuletzt mit der vorsichtigeren Haltung der UBS. Die Grossbank verfüge mit ihren Aktienempfehlungen über eine geradezu beeindruckende Marktmacht und bewege die Kurse der betroffenen Valoren wie kaum eine andere Bank. Die Botschaft, welche von der Herunterstufung ausgehe, sei jedenfalls unmissverständlich.
Disclaimer: Die im Marktgespräch enthaltenen Informationen und Meinungen wurden im Profihandel zusammengetragen. Es handelt sich dabei ausschliesslich um vom Hörensagen übernommene Marktgerüchte und -spekulationen. AWP übernimmt weder für die Vollständigkeit noch für die Richtigkeit der Angaben und Informationen Gewähr. Rechtliche Schritte sind ausgeschlossen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kaufs- oder Verkaufsaufforderung dar. Die Inhalte dürfen nicht ohne Erlaubnis von AWP vervielfältigt oder weiterpubliziert werden und sind grundsätzlich für den Eigengebrauch bestimmt.
hr/lb/to