Marktreaktion
Beschreibung
Zürich (awp) - Die Aktien von Geberit stehen am Dienstag im frühen Handel nach dem Neunmonats-Update unter Druck. Analysten sprechen durchweg von soliden Zahlen im Rahmen der Markterwartungen. Nach einem starken Lauf in den Wochen zuvor kommt es auch zu Gewinnmitnahmen.
Geberit verlieren gegen 9.20 Uhr 4,4 Prozent auf 563,40 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI mit -0,36 Prozent nur moderat nachgibt. Die Aktien des Sanitärkonzerns hatten seit dem letzten Zwischentief Anfang Oktober bis Montagabend 12 Prozent zugelegt. Seit Anfang Jahr stehen sie aktuell allerdings rund 9 Prozent im Minus.
Mit den Zahlen zu den ersten neun Monaten 2026 hat Geberit die Erwartungen der Analysten ziemlich genau erfüllt, und der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Nachdem der Titel aber in den vergangenen drei Wochen sehr stark gelaufen sei, fehle für weitere Kursavancen die positive Überraschung, heisst es am Markt.
Das Umfeld bleibe zwar anspruchsvoll, habe sich zuletzt aber etwas verbessert, kommentiert die Bank Vontobel. Insgesamt habe Geberit ein robustes drittes Quartal gezeigt, insbesondere auch angesichts der durchzogenen Kommentare von anderen Unternehmen aus dem Bauumfeld. Dabei habe sich der Schlüsselmarkt Deutschland im Vergleich zum zweiten Quartal sequentiell gar verbessert.
Bei CFRA heben die Experten hervor, dass neben den Preiserhöhungen offenbar auch eine Erholung der Nachfrage zum Wachstum beigetragen habe. Mit den steigenden Baubewilligungen in Europa erhalte Geberit zudem nun auch konjunkturellen Rückenwind.
Die Gesellschaft habe ein Drittquartalsergebnis im Rahmen der Erwartungen verzeichnet und dabei die Umsatzdynamik aus dem ersten Halbjahr 2026 hochgehalten, kommentiert auch die ZKB und hebt ebenfalls die Wachstumsbeschleunigung im wichtigen deutschen Markt hervor.
In ganz Europa werde für das Gesamtjahr 2026 ein leichtes Marktwachstum erwartet. Ausserhalb Europas herrsche allerdings ein gemischtes Bild: Während in mehreren Märkten - zum Beispiel Indien - eine starke Nachfrage prognostiziert werde, erwarte das Unternehmen in China hingegen weiterhin einen Rückgang der Marktnachfrage, so der zuständige ZKB-Analyst.
ys/hr