Diese Schweizer Aktien sind im Aufwind

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VZ Analyse

Der Schweizer Aktienmarkt profitierte im zweiten Quartal vom starken Aufschwung der globalen Börsen. Da es in der Schweiz keine globalen Techgiganten gibt, standen andere Unternehmen und Sektoren im Fokus. Dazu gehörten auch einige Überraschungen.

Publiziert 26. Jun 2026

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Die globalen Aktienmärkte zeigten sich in den vergangenen drei Monaten robust. Weder geopolitische Spannungen noch wirtschaftliche Unsicherheiten konnten die Erholung stoppen. Gleichzeitig rückte das Thema Künstliche Intelligenz wieder stärker in den Vordergrund. Auch einige Schweizer Unternehmen profitierten von diesem Trend. Der Blick auf die stärksten Schweizer Aktien zeigt aber, dass nicht nur KI den Kursanstieg erklärt. Oft spielen auch bessere Geschäftszahlen, tiefere Risiken oder unternehmensspezifische Fortschritte eine wichtige Rolle.

SMI: Drei Schwergewichte als Gewinner

Im SMI, der die 20 grössten Schweizer Aktien umfasst, konnten sich seit Ende März vor allem drei Titel deutlich absetzen. Es handelt sich um ABB, UBS und Richemont. Nach Nestlé, Roche und Novartis gehören sie zu den wichtigsten Titeln im Schweizer Leitindex.

ABB

ABB ist im SMI der klare Gewinner des KI-Booms. Der starke Ausbau von Rechenzentren erhöht die Nachfrage nach Stromversorgung, Automatisierung und Elektrifizierung. Davon profitiert ABB direkt. Das Unternehmen zählt ausserhalb der Halbleiterindustrie zu den wichtigen Zulieferern für diese Infrastruktur.

Das zeigen die Zahlen zum ersten Quartal. ABB steigerte die Neuaufträge um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf die Sparte Elektrifizierung. Auch der Gewinn legte um 20 Prozent zu. Die gut gefüllten Auftragsbücher veranlassten das Unternehmen dazu, den Ausblick für das Gesamtjahr anzuheben.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt ABB durch die Entspannung bei geopolitischen Risiken. Sinkende Unsicherheit kann die Input- und Energiepreise entlasten. Damit verbesserte sich auch das allgemeine Umfeld für Industrieunternehmen.

UBS

Die UBS-Aktie hatte ein schwaches erstes Quartal hinter sich. Danach erholte sie sich aber deutlich und legte seit Ende März um 36,2 Prozent zu. Damit erreichte die Aktie den höchsten Stand seit der Finanzkrise.

Ein wichtiger Treiber war die politische Diskussion um die künftigen Kapitalanforderungen. Diese dürften weniger streng ausfallen als zunächst befürchtet. Offen bleibt aber weiterhin die Frage, wie stark ausländische Tochtergesellschaften mit hartem Eigenkapital (CET1) unterlegt werden müssen. Zwar scheint ein Kompromiss unterhalb von 100 Prozent möglich. Definitiv entschieden wird aber voraussichtlich erst im Herbst.

Auch operativ überzeugte die UBS. Im ersten Quartal steigerte die Bank den Gewinn weiter. Die Integration der Credit Suisse kommt voran und zeigt erste Synergien. Besonders stark entwickelte sich die UBS in der Vermögensverwaltung und im Investment Banking. Angesichts der guten Stimmung an den Finanzmärkten und der höheren Aktienkurse dürfte die Bank auch im zweiten Quartal vom günstigen Umfeld profitiert haben.

Richemont

Noch schwächer als die UBS entwickelte sich im ersten Quartal Richemont. Die Aktie des Luxuskonzerns verlor damals fast 20 Prozent. Wie bei der UBS folgte eine kräftige Erholung. In den vergangenen drei Monaten legte die Aktie um 34,5 Prozent zu.

Die im Mai veröffentlichten Jahreszahlen zeigten, dass Richemont trotz schwierigem Umfeld für Luxusgüter weiter wachsen konnte. Besonders stark blieb das Schmuckgeschäft mit Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels. Das grosse Kursplus blieb nach der Zahlenpublikation zunächst aber aus, auch weil sich das Unternehmen vorsichtig äusserte.

In den Zahlen zeigte sich zudem, dass Richemont unter dem starken Franken und den hohen Goldpreisen gelitten hatte. In den vergangenen Monaten gab der Goldpreis deutlich nach. Zusammen mit der Entspannung im Nahen Osten stützte dies die Erholung der Richemont-Aktie.

SPI Extra: KI-Gewinner und Turnaround-Kandidaten

Bei den mittelgrossen und kleineren Schweizer Unternehmen im SPI Extra fielen die Kursgewinne teilweise noch stärker aus als bei ABB, UBS oder Richemont. Besonders auffällig war eine Gruppe von Industrieunternehmen, die ebenfalls vom KI-Boom profitiert.

VAT, Comet und Inficon sind wichtige Zulieferer für die Halbleiterindustrie. Sie profitieren davon, dass immer mehr leistungsfähige Chips für KI-Anwendungen benötigt werden. LEM und Belimo stehen eher ABB nahe. Sie profitieren vor allem vom Bau neuer Rechenzentren und vom steigenden Bedarf an effizienter Stromversorgung, Kühlung und Gebäudetechnik.

Daneben legten auch ams-OSRAM, DocMorris und Idorsia stark zu. Bei diesen Titeln steht aber weniger der KI-Boom im Vordergrund. Alle drei Aktien hatten in den vergangenen Jahren stark an Wert verloren. Deshalb reichten bereits erste Anzeichen einer Entlastung, um kräftige Kursgewinne auszulösen.

Bei ams-OSRAM halfen gute Zahlen im ersten Quartal. Noch wichtiger war aber die Hoffnung, dass der hoch verschuldete Konzern seine Bilanz entlasten kann. Bei Idorsia sorgte ein neuer Kredit für weniger Druck bei der Finanzierung. Das Unternehmen befindet sich zwar schon länger auf einem Erholungspfad, muss seine Finanzierung aber immer wieder absichern. Bei DocMorris stützte vor allem die Aussicht auf Profitabilität. Nach den jüngsten Zahlen gewann der Markt mehr Vertrauen, dass das Unternehmen den Weg in die Gewinnzone schaffen kann.

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