Diese Aktien tragen den SMI-Höhenflug

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VZ Analyse

Der SMI nimmt Fahrt auf und markiert neue Höchststände – angetrieben von fünf Schwergewichten, die nun ihre aktuellen Geschäftszahlen vorlegen.

Publiziert vor 6 Stunden

Autor

Roman Gfeller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Der Swiss Market Index (SMI) zeigte seit Jahresstart eine positive Entwicklung und konnte gar neue Höchststände erreichen. Im Fokus stehen die neusten Zahlenwerke der grössten Indexmitglieder. Roche, Novartis, Nestlé, UBS und ABB vereinen rund zwei Drittel der SMI-Gewichtung auf sich und haben entsprechend einen massgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Schweizer Leitindex.

Ihre Geschäftszahlen gelten damit nicht nur als Gradmesser für die operative Entwicklung der einzelnen Unternehmen, sondern auch für den weiteren Kursverlauf des SMI. Bis anhin entfällt ein wesentlicher Teil des SMI-Kursgewinns auf die genannten Schwergewichte. Entsprechend richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger in der laufenden Berichtssaison besonders auf diese fünf Unternehmen.

Roche

Roche hat im ersten Halbjahr 2026 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn überzeugt. Zu konstanten Wechselkursen stiegen die Verkäufe um 6 Prozent, der Kerngewinn fiel höher aus als von Analysten erwartet. Der starke Franken belastet die ausgewiesenen Zahlen zwar weiterhin, operativ entwickelt sich der Konzern jedoch solide.

Für Investoren steht vor allem die Produktpipeline im Fokus. Nachdem Roche in den vergangenen Jahren immer wieder beweisen musste, dass auf ältere Blockbuster neue Wachstumstreiber folgen, verdichten sich nun die positiven Signale. Mehrere Wirkstoffe befinden sich in fortgeschrittenen Zulassungsverfahren. Hinzu kommen vielversprechende Kandidaten gegen Multiple Sklerose, Lungenkrebs, Alzheimer und Adipositas.

Die Aufmerksamkeit richtet sich damit immer stärker auf jene Medikamente, die Roches Wachstum im nächsten Jahrzehnt prägen könnten.

Novartis

Für Novartis ist 2026 ein Jahr des Übergangs. Mit Entresto verlor der Konzern im vergangenen Jahr die Exklusivität eines seiner wichtigsten Medikamente und muss den grössten Patentablauf seiner Geschichte bewältigen. Nachdem Umsatz und Gewinn zu Jahresbeginn noch enttäuscht hatten, fielen die Zahlen zum zweiten Quartal deutlich besser aus als erwartet.

Besonders bemerkenswert ist, dass Novartis trotz des massiven Umsatzrückgangs bei Entresto wieder Wachstum erzielen konnte. Verantwortlich dafür sind vor allem neuere Medikamente im Bereich von Krebs, MS und Leukämie. Sie entwickeln sich zunehmend zu den tragenden Säulen des Konzerns.

Die entscheidenden Wachstumsimpulse stehen noch aus: In den kommenden Monaten werden mehrere wichtige Phase-3-Studiendaten erwartet. Nachdem Novartis die jüngsten Patentabläufe erfolgreich abgefedert hat, muss die neue Produktgeneration nun ihre langfristige Ertragskraft unter Beweis stellen.

Nestlé

Bei Nestlé richtet sich der Fokus derzeit weniger auf die Höhe des Wachstums als auf dessen Zusammensetzung. Erstmals seit längerer Zeit wurde ein grösserer Teil des Wachstums wieder durch zusätzliche Verkäufe und nicht durch höhere Preise erzielt. Das organische Wachstum lag im zweiten Quartal bei 3,7 Prozent und entsprach den Erwartungen. Gleichzeitig verringerte sich die Abhängigkeit von Preiserhöhungen – ein wichtiges Signal in einem zunehmend preissensiblen Konsumumfeld.

Dies entspricht der Strategie von CEO Philipp Navratil, der seit seinem Amtsantritt wieder stärker auf Absatzwachstum setzt. Unterstützung kommt vor allem aus den Schwellenländern, während sich auch das Geschäft in China stabilisiert hat.

Die Profitabilität bleibt allerdings unter Druck. Hohe Kosten für Kaffee und Kakao sowie höhere Ausgaben für Marketing und Werbung belasteten die Marge. Gleichzeitig kommt die Neuausrichtung des Portfolios voran. Mit dem Teilverkauf des europäischen Wassergeschäfts fliessen Nestlé rund 2,8 Mrd. Franken zu, während sich der Konzern stärker auf wachstumsstärkere Geschäftsbereiche konzentrieren kann.

ABB

ABB präsentiert sich derzeit in bestechender Verfassung. Der Industriekonzern steigerte den Auftragseingang im zweiten Quartal um 30 Prozent und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,3 Prozent. Beim Reingewinn blieb ABB jedoch hinter den Prognosen zurück – die Aktie quittierte dies nach der Veröffentlichung mit einem Minus von knapp sechs Prozent.

Positiver Treiber der Entwicklung ist vor allem die Elektrifizierungssparte. Sie profitiert direkt vom boomenden Bau neuer Rechenzentren und der dafür benötigten Strominfrastruktur. Der Boom rund um KI entwickelt sich damit zunehmend zu einem wichtigen Nachfragefaktor für ABB. Gleichzeitig zeigen auch die Bereiche Automation und Antriebstechnik eine robuste Entwicklung.

Für Diskussionen sorgte zuletzt die angekündigte Übernahme von Rotork für 5,5 Mrd. Dollar. Zwar erscheint der Kaufpreis ambitioniert, strategisch passt das Unternehmen jedoch gut ins Automatisierungsgeschäft von ABB. Der Konzern verfügt über ein prall gefülltes Bestellbuch, hohe Profitabilität und eine solide Bilanz.

UBS

Die UBS hat ihren Gewinnkurs auch im zweiten Quartal fortgesetzt und die Markterwartungen erneut übertroffen. Unterstützt wurde das Ergebnis von einer anhaltend hohen Aktivität der Kunden sowie einer robusten Entwicklung in der Vermögensverwaltung. Die Bank verwaltet inzwischen Vermögen von über 7 Billionen Dollar und festigt damit ihre Stellung als grösster Vermögensverwalter der Welt.

Parallel dazu biegt die Integration der Credit Suisse auf die Zielgerade ein. Der Konzern hat den Grossteil der technischen und organisatorischen Zusammenführung bereits abgeschlossen und einen wesentlichen Teil der angestrebten Synergien realisiert.

Für Anleger bleibt allerdings die künftige Regulierung ein zentrales Thema. Die politische Debatte um strengere Kapitalvorschriften sorgt weiterhin für Unsicherheit und dürfte die Bewertung der Aktie mitbestimmen. Dass die UBS dennoch an umfangreichen Aktienrückkäufen festhält, signalisiert jedoch Vertrauen in die eigene Kapitalstärke und die nachhaltige Ertragskraft des Geschäftsmodells.

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