Bitcoin: Fünf Jahre ohne Rendite – aber mit hohen Risiken
VZ Analyse
Bitcoin gilt als eines der renditestärksten Anlageinstrumente der vergangenen Dekade. Wer jedoch auf dem Höhepunkt der Krypto-Euphorie im März 2021 in Bitcoin einstieg, steht heute trotz massiver Kursschwankungen ohne Gewinn da.
Publiziert vor 5 Stunden
Autor
Luca Liebi
Funktion Anlageexperte
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Bitcoin gehörte in den vergangenen Monaten zu den schwächsten Anlageklassen überhaupt. Seit Anfang Jahr beläuft sich das Minus in der Handelswährung Dollar auf gut einen Viertel, seit dem Höchst vor neun Monaten hat sich der Kurs halbiert.
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In Bitcoin-Kreisen wird oft argumentiert, dass solche Rückschläge gute Einstiegsgelegenheiten seien, weil der Kurs der ältesten und grössten Kryptowährung trotz hoher Kursschwankungen nach oben zeige. Das traf in den meisten Fällen auch zu. Allerdings zeigt sich heute, dass sich dieses Muster in den vergangenen fünf Jahren deutlich geändert hat.
Dazu ein Beispiel: Wer Ende März 2021 zum damaligen Höchststand in Bitcoin investierte und die Position bis heute hielt, erzielte bis heute – nach über fünf Jahren – keine Rendite.
Das ist bemerkenswert, denn kaum eine andere Anlageklasse war in diesem Zeitraum von ähnlich starken Kursschwankungen geprägt. Dies widerspricht zudem auch einem der Grundprinzipien der Finanzmärkte: Dieses besagt, dass das Eingehen von höheren Risiken – in diesem Fall Kursschwankungen – mit überdurchschnittlichen Renditen belohnt werden sollen.
Während die Rendite in Dollar über den gesamten Zeitraum mit minus 0,5 Prozent leicht negativ ausfällt, resultiert für Schweizer Anleger aufgrund der Aufwertung des Frankens sogar ein Verlust von rund 15 Prozent.
Extremes Risiko, magere Belohnung
Zwischen 2021 und 2026 durchlief Bitcoin mehrere Boom- und Crashphasen. Auf die Rekordstände im Frühjahr und Sommer 2021 folgte ein massiver Kurseinbruch, bevor die Kryptowährung in den darauffolgenden Jahren wieder deutlich zulegte. Zwischenzeitlich mussten Anleger jedoch Verluste von mehr als 70 Prozent verkraften.
Gerade darin liegt die zentrale Erkenntnis: Das Risiko war aussergewöhnlich hoch, eine angemessene Entschädigung über die letzten fünf Jahre blieb aber aus.
Der Vergleich mit den Aktienmärkten verdeutlicht diesen Unterschied. Der Weltaktienindex MSCI World erzielte seit Ende März 2021 in Franken eine Gesamtrendite von rund 63 Prozent. Auch der Swiss Performance Index legte im gleichen Zeitraum um 43 Prozent zu.
Vergleicht man Kryptowährungen mit dem technologielastigen Nasdaq 100, dessen Risikoprofil Kryptos noch am ehesten ähnelt, fällt die Bilanz noch ernüchternder aus. Dieser erzielte seit Ende März 2021 eine Rendite von rund 107 Prozent.
Demzufolge sind Anleger mit Aktien in den letzten fünf Jahren besser für das eingegangene Risiko entschädigt worden als mit Kryptowährungen.
Volatilität ist nicht gleich Rendite
Das Beispiel verdeutlicht, dass Volatilität und Rendite nicht gleichzusetzen sind. Starke Kursschwankungen bedeuten keineswegs automatisch hohe Erträge. Eine Anlage kann aussergewöhnlich volatil sein und über viele Jahre dennoch kaum Wertzuwachs erzielen.
Bitcoin bleibt damit ein anschauliches Beispiel dafür, dass Risiko allein keine Rendite garantiert.
Fazit
Der Renditevergleich offenbart einen fundamentalen Unterschied, der über den Einstiegszeitpunkt hinausgeht. Hinter der Kursentwicklung vieler KI- und Technologiewerte stehen reale Unternehmen mit steigenden Umsätzen und wachsenden Gewinnen. Diese fundamentale Entwicklung zieht langfristig neues Kapital an.
Bitcoin fehlt diese Eigenschaft. Das Halten der Kryptowährung generiert weder Umsätze noch Gewinne oder Dividenden. Der Wert hängt in erster Linie davon ab, ob Investoren bereit sind, künftig höhere Preise zu bezahlen. Lässt die Nachfrage nach, fehlen fundamentale Ertragsquellen, die den Kurs stützen könnten.
Genau deshalb wanderte das Kapital in den letzten Jahren dorthin, wo Risiko mit realen Gewinnen belohnt wird – und liess Bitcoin trotz aller Kursfantasie zurück.
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