vor 3 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch zwar kaum verändert eröffnet, sich im Laufe des Morgens dann aber klar in den positiven Bereich vorgearbeitet. Der Leitindex SMI hat dabei die Marke von 14'000 Punkten wieder überschritten. Am Vortag war er anfänglich deutlich über diese Marke gestiegen, dann gegen Schluss aber wieder klar darunter gefallen. Die Märkte bewegten sich derzeit im Spannungsfeld zwischen robusten Unternehmensgewinnen und wachsenden Risiken durch hohe Zinsen, geopolitische Spannungen und anspruchsvolle KI-Bewertungen, sagte ein Händler.
Auffällig sei dabei auch die wieder zunehmende Attraktivität von Anleihen gegenüber Aktien. Der Markt warte derweil auf die am Nachmittag anstehenden US-Konsumentenpreise, die für den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed wichtig sind. Sollten sie höher als erwartet ausfallen, könnten gerade die Aktien der stark finanzierungsabhängigen Technologiekonzerne wieder unter Druck geraten.
Der SMI gewinnt kurz vor 11 Uhr 0,66 Prozent auf 14'019,74 Punkte, wobei sich 18 Gewinner und lediglich zwei Verlierer gegenüberstehen. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 0,64 Prozent auf 3102,12 und der breite SPI um 0,65 Prozent auf 19'854,21 Punkte.
Im Fokus stehen hierzulande bei den SMI-Werten als grösster Gewinner Lonza (+2,3%), wobei die Anfangsphase volatil war. Der Life-Science-Konzern hat anlässlich eines am Abend stattfindenden Kapitalmarkttages die Finanzziele ambitionierter als bisher gesteckt. Vor allem die neuen Margenziele haben es den Analysten angetan. Mittelfristig will Lonza die Kern-EBITDA-Marge in den "hohen Dreissiger-Bereich" steigern. Bisher hatte der Konzern lediglich eine nicht näher bezifferte Margenausweitung angestrebt.
News gibt es auch vom Hautpflegekonzern Galderma (+0,03%). Er hat die US-Hautpflegemarke Zo Skin Health für 1,5 Milliarden US-Dollar übernommen und will damit das Geschäft mit medizinischer Hautpflege stärken. CEO Flemming Ørnskov verspricht sich neue Wachstumsimpulse, wie er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP sagte.
Bewegung lösen auch neue Analystenschätzungen aus. So hat etwa Jefferies sein Rating für den Rückversicherer Swiss Re (-1,3% auf 145,30 Fr.) auf 'Underperform' und das Kursziel auf 110 Fr. gesenkt. Für die Analysten der US-Investmentbank unterschätzt der Markt die sich beschleunigende Erosion der Rückversicherungspreise und deren Auswirkungen auf Swiss Re deutlich.
Die grössten Gewinne gehen derweil neben Lonza an Alcon, Amrize und Sika mit 1,5 Prozent oder mehr, am Schluss der Tabelle bewegt sich neben Swiss Re noch UBS (-0,1%) leicht im Minus. Die Schwergewichte Novartis, Nestlé und Roche PS notieren alle solide im Plus mit Avancen zwischen 0,7 und 0,9 Prozent.
Bei den Nicht-SMI-Werten stehen Bossard (+3,1%) weit vorne. Der Industriezulieferer hat im dritten Quartal mehr umgesetzt. Gegenüber dem zweiten Quartal hat das Wachstumstempo zugenommen. Der Konzernumsatz habe insgesamt über den Erwartungen gelegen, heisst es in einem Kommentar der ZKB. Dabei habe Europa minimal, Asien aber klar besser abgeschnitten als gedacht.
Überdurchschnittlich gesucht sind auch Siegfried (+2,3%). Der Pharmazulieferer zählt neu zu den zehn bevorzugten europäischen Small- und Midcap-Aktien von Bernstein. Die Experten des US-Analysehauses sehen bei dem Zofinger Unternehmen erhebliches Kurspotenzial.
Swisscom (+0,8%) profitieren derweil leicht von einem positiven Urteil in einem Glasfaserstreit durch das Bundesverwaltungsgericht. Sunrise (+1.6%) legen allerdings noch stärker zu.
Im Minus stehen derweil Adecco (-0,4%) nach einer Rückstufung und Kurszielsenkung durch Kepler. Es zeichneten sich zunehmend Risiken ab, heisst es in der Studie. Insbesondere im grössten Markt Frankreich sei wegen der politischen Unsicherheit und der schwachen Konjunktur eine deutliche Wachstumsverlangsamung zu erwarten.
uh/hr