vor 2 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Für den SMI geht es zum Wochenstart klar aufwärts. Damit bügelt der Leitindex SMI einen Teil seiner deutlichen Verluste vom vergangenen Freitag wieder aus. Der "Hexensabbat" (grosser Verfall) hatte zum Wochenschluss zusammen mit dem Zinsentscheid der Bank of Japan (BoJ) die Kurse an den wichtigsten Börsenplätzen belastet. Die BoJ hatte als dritte Grossnotenbank die Zinsen erhöht. Hierzulande fiebern die Investoren damit gespannt der SNB an diesem Donnerstag entgegen.
Generell navigierten Investoren aber weiterhin in einem Dreieck aus Inflationssorgen, Zinsängsten und Nahostrisiken. "Der Rückgang des Ölpreises nimmt etwas Druck vom Sorgenkessel", sagt ein Händler. Für Anleger sei dies eine willkommene Atempause. "Der nachlassende Ölpreisdruck wirkt wie ein Stossdämpfer für die Märkte."
Zugleich dürfte das geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping die Märkte bewegen. US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vizepremier He Lifeng haben am Wochenende das Gipfeltreffen vorbereitet. Zölle, KI-Regulierung und der Konflikt zwischen den USA und dem Iran stehen auf der Agenda. "Der Markt setzt Hoffnungen auf die Verhandlungen zwischen Trump und Xi; China könnte sein diplomatisches Gewicht für eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten einsetzen", kommentiert die Deka-Bank. Zudem habe Trump sich offen für ein Treffen mit Irans Präsident Massud Peseschkian am Rande der UN-Generaldebatte gezeigt.
Technologie gefragt
Der SMI gewinnt gegen 11.00 Uhr 0,70 Prozent auf 13'883,49 Punkte. Dabei sind die Kursgewinner (15) in der Überzahl. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 1,11 Prozent auf 3091,29 Punkte und der breite SPI um 0,79 Prozent auf 19'669,35 Zähler.
In sämtlichen Indizes - auch dem SMI - führen Technologiewerte das Gewinnerfeld an. Unter den Blue Chips gewinnen ABB (+2,9%) und Logitech (+2,3%) klar hinzu. Gerade im Fall von Logitech ist der Kursgewinn eigentlich noch grösser, da die Titel ex Dividende (1,36 Fr.) gehandelt werden. Auch VAT (+3,9%) im SMIM sind stark gefragt. Sprunghaft aufwärts geht es aber vor allem in den hinteren Reihen für AMS Osram (+16%). Der Sensoren- und Halbleiterhersteller hat einen Erfolg bei Dünnschicht-VCSELs für KI-Rechenzentren erzielt. Auch Comet und Inficon sind mit Avancen von jeweils mehr als 4 Prozent stark. Händler verweisen auf eine generelle Sektorstärke europaweit als Erklärung.
Für den SMI-Neuzugang Galderma (+1,2%) geht es ebenfalls nach oben. Der Chef des Hautpflegekonzerns, Flemming Ørnskov, hat sich in einem Interview mit "Finanz und Wirtschaft" zuversichtlich für die weiteren Wachstumschancen geäussert. Diese würden vor allem durch Innovationen getrieben. SMI-Aufsteiger Nummer 2, Sandoz (-0,2%) sind mittlerweile ins Minus gedreht.
UBS bleibt im Fokus
Die beiden Finanzvertreter UBS (+1,2%) und Partners Group (+1,1%) gewinnen ebenfalls stärker hinzu als der Gesamtmarkt. Die Grossbank dürfte in dieser Woche denn auch weiter im Fokus bleiben. Vor dem Entscheid des Ständerats zur UBS-Regulierung hat der UBS-Chef Sergio Ermotti die Behörden in einem Interview mit der "NZZ" scharf kritisiert.
Die beiden baunahen Werte Geberit (-0,9%) und Holcim (-0,8%) bilden zum Wochenstart die Schlusslichter bei den Blue Chips. Bei Geberit machen Investoren eine Gewinnwarnung des deutschen Konzerns Villeroy & Boch verantwortlich.
Deutlich nach oben geht es für den aus dem SMI herausgefallenen Logistiker Kühne+Nagel (+5,2%) dank einer langfristigen strategischen Zusammenarbeit mit dem Online-Riesen Amazon. Die Aktien kosten aktuell so viel wie letztmals vor zwei Jahren.
hr/rw