ABB ist wohl auch im dritten Quartal mit hohem Tempo unterwegs

Ausblick Quartalszahlen

vor 2 Stunden

Beschreibung

Zürich (awp) - ABB dürfte im dritten Quartal 2026 mit einem anhaltend hohen Tempo unterwegs gewesen sein. Unter anderem wegen des boomenden Geschäfts mit Rechenzentren wird in Analystenkreisen mit noch einmal höheren Wachstumsraten gerechnet als im zweiten Quartal.

Der Industriekonzern veröffentlicht die Ergebnisse zum dritten Quartal 2026 am Dienstag, 20. Oktober. Insgesamt haben sieben Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.

Q3 2026
(in Mio USD)       AWP-Konsens  Q3 2025*  

Auftragseingang      11'358      8'606
Umsatz                9'791      8'491
Operativer EBITA      2'002      1'633
- Marge (in %)         20,5       19,2

* angepasst

Elektrifizierung bleibt Haupttreiber

ABB profitiert unter anderem weiterhin von den globalen Investitionen in die Rechenzentren. Der Geschäftsbereich Elektrifizierung, welcher die Rechenzentren hauptsächlich bedient, liefert dabei sowohl Produkte für die Stromversorgung und Steuerung innerhalb der Datazentren wie auch für die externe Stromversorgung. Die Aufträge dürften im dritten Quartal gemäss den Schätzungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 50 oder noch mehr Prozent zugenommen haben. Allerdings prognostizieren die Analysten auch für die beiden Sparten Motion und Automation zweistellige Wachstumsraten.

Wie entwickelt sich die Rentabilität?

Das starke Wachstum dürfte sich auch in einer weiteren Verbesserung der operativen Marge niedergeschlagen haben. Umso mehr, als der grösste und momentan am schnellsten wachsende Bereich Electrification auch die höchsten Margen erzielt. Negativ haben sich wohl erneut die nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Division E-Mobility auf den Gewinn ausgewirkt haben sowie Kosten im Zusammenhang mit dem Verkauf des Robotik-Geschäfts. Dennoch wird in Marktkreisen damit gerechnet, dass ABB die Marge (EBITA) auf einem Niveau von über 20 Prozent gehalten haben dürfte. Über die Zeit strebt das Unternehmen für die Kennziffer einen Wert zwischen 18 und 22 Prozent an. Dieser Zielbereich wurde vor rund einem Jahr nach oben angepasst.

Kommt Übernahme von Rotork wie geplant voran?

Allenfalls macht ABB auch Aussagen zum Fortgang der im Juli angekündigten Übernahme der britischen Rotork. ABB will für einen Preis von 5,5 Milliarden US-Dollar ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 1 Milliarde zukaufen. Rotork ist spezialisiert auf betriebskritische Durchflusssteuerungs- und Messtechniklösungen und soll in die Sparte Automatisierung eingegliedert werden. ABB erhofft sich dadurch eine Erweiterung des Angebots für grosse und komplexe Infrastrukturprojekte. Die Übernahme soll gemäss den Plänen im ersten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden.

Was verspricht ABB für das Gesamtjahr?

ABB hatte im Juli die ursprünglichen Prognosen für das Gesamtjahr 2026 leicht nach oben angepasst. Der Konzern peilt demnach ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen bis unteren "Teens"-Bereich an (zuvor: im hohen einstelligen bis tiefen zweistelligen Bereich). Die operative EBITA-Marge soll sich weiterhin erhöhen im Vergleich zum Vorjahr (19,0%). Einzelne Analysten könnten sich vorstellen, dass ABB zumindest die Umsatzprognose noch einmal etwas nach oben schraubt.

Was macht die Aktie?

Die Aktien hatten in den vergangenen Wochen einen eher schweren Stand. Von klar über 80 Franken Mitte September ging es auf mittlerweile gut 76 Franken um rund 8 Prozent zurück. Im Vergleich zum Allzeithoch vom Juni bei gut 89 Franken liegt das Minus gar bei knapp 15 Prozent. Dennoch hat der Titel im Vergleich zum Schlussstand von Ende 2025 noch immer eine positive Performance von rund +28 Prozent, womit er innerhalb des SMI im Jahresrennen knapp hinter Sandoz auf dem zweiten Platz liegt.

Website: www.abb.com

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