Geldanlagen
Was Olympische Winterspiele mit Anlagestrategien zu tun haben
Sowohl beim Anlegen als auch beim Sport wirkt es oft intuitiv richtig, möglichst aktiv einzugreifen. Doch gerade an den Olympischen Winterspielen zeigt sich eindrücklich, dass mehr Aktionen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führen.
Christian Huber
Funktion Leiter Aktienresearch
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10. Februar 2026
Während aktuell Athletinnen und Athleten aus aller Welt um olympisches Edelmetall kämpfen, stehen besonders jene Disziplinen im Fokus, in denen es um Sekundenbruchteile geht – etwa beim Slalom, in der Abfahrt oder im Biathlon.
Letzteres bietet ein gutes Beispiel: Beim Schiessen neigen viele Athleten dazu, nach einem Fehlschuss aus Angst vor Zeitverlust sofort hektisch nachzujustieren. Studien zeigen jedoch, dass übertriebene Korrekturen unter Druck häufig zu weiteren Fehlern führen.
Die ruhigeren Schützen, die bewusst innehalten und unnötige Korrekturen vermeiden, treffen zuverlässiger. Der Impuls, sofort etwas korrigieren zu müssen, führt paradoxerweise oft zu schlechteren Resultaten. Dieses Muster ist typisch für den sogenannten Action Bias – die menschliche Tendenz, selbst dann aktiv zu handeln, wenn Nichtstun objektiv die bessere Entscheidung wäre.
Auch an den Finanzmärkten zeigt sich dieser Mechanismus. Wenn Kurse fallen oder Schlagzeilen verunsichern, verspüren viele Anleger den Drang, sofort zu reagieren: verkaufen, umschichten, Trends hinterherlaufen.
Doch häufig schadet dieses Verhalten mehr, als es nützt. Viele Transaktionen verursachen Kosten, erhöhen das Risiko von Fehlentscheidungen und machen es unwahrscheinlich, langfristig besser abzuschneiden als der Markt.
Gerade deshalb lohnt es sich, an einer klar definierten, langfristigen Anlagestrategie festzuhalten – ähnlich wie ein Athlet, der seinem langjährigen Training vertraut, statt im Wettkampf impulsiv davon abzuweichen.
Ein bewährtes Instrument dafür ist das Rebalancing. Dabei werden für jede Anlageklasse Zielgewichtungen festgelegt. Verschieben sich diese durch Marktbewegungen und überschreiten einen definierten Schwellenwert, wird das Portfolio wieder auf die ursprüngliche Struktur zurückgeführt. Dieser systematische Ansatz verhindert unnötigen Aktionismus und sorgt dafür, dass die Strategie stabil bleibt – unabhängig davon, wie turbulent die Märkte sind.
Auch der Einsatz von ETF und Indexfonds unterstützt dieses disziplinierte Vorgehen. Sie ermöglichen eine breite Diversifikation, reduzieren den Einfluss kurzfristiger Entscheidungen und helfen, die Marktrendite effizient abzuschöpfen.
Die Lehre aus dem Wintersport gilt also auch für Anleger: Nicht jede Bewegung ist eine Verbesserung. Oft führt gerade die Ruhe zum Erfolg.
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