Geldanlagen
Was Fussball mit Anlagestrategien zu tun hat
Sowohl beim Geldanlegen als auch beim Fussball fühlt es sich oftmals richtig an, aktiv zu sein statt untätig zu bleiben. Doch ist mehr Handeln wirklich immer besser?
Daniel Weinmann
Funktion Finanzexperte
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10. Juni 2026
Diese Woche ist es wieder soweit: Neben der Schweiz kämpfen erstmals 47 weitere Nationen um den Weltmeistertitel im Fussball.
Neben spektakulären Torraumszenen und packenden Zweikampfduellen freuen sich viele Fans auch auf die Penalties, wenn ein Spieler die Möglichkeit bekommt, aus elf Metern ohne Gegenspieler direkt auf das Tor schiessen. In dieser Situation können sich Goalies auszeichnen, obwohl die Chance, den Ball zu halten recht gering ist.
Studien zeigen, dass Goalies bei einem Penalty fast immer nach links oder rechts springen, obwohl statistisch gesehen ihre Chancen, den Ball zu halten, grösser wären, wenn sie einfach in der Mitte stehen bleiben würden. Wenn der Ball ins Tor geht und der Goalie sich nicht bewegt, sieht es nicht gut aus und fühlt sich schlecht an. Der Druck zu handeln, kann entsprechend zu ineffektiven Entscheidungen führen.
Dieses Verhalten lässt sich mit dem wissenschaftlich dokumentierten Action Bias erklären. Dieser beschreibt die menschliche Neigung auch dann aktiv zu handeln, wenn das Handeln voraussichtlich nutzlos oder sogar kontraproduktiv ist.
Illustratives Beispiel einer Anlagestrategie mit Rebalancing.Dabei werden die Zielgewichtungen der Anlagestrategie wieder hergestellt.
Auch an den Finanzmärkten ist bei Anlegern oftmals der erste Instinkt zu handeln. Für Anleger fühlt es sich häufig richtig an, bei sinkenden Kursen zu verkaufen oder schnell noch auf heisse Trends zu setzen.
Allerdings sollte dem Drang widerstanden werden, das Portfolio zu häufig umzuschichten. Viele Transaktionen können nicht nur zu hohen Handelsgebühren führen. Auch die Wahrscheinlichkeit, durch Käufe und Verkäufe langfristig den Markt zu schlagen, ist sehr gering.
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Man sollte daher an seiner langfristigen und fundiert hergeleiteten Anlagestrategie diszipliniert festhalten und sich nicht durch Marktschwankungen, Trends oder Schlagzeilen zu unnötigen Aktionen verleiten lassen.
Dabei hilft beispielsweise das Rebalancing. Bei einer Anlagestrategie mit Rebalancing werden für jede Anlageklasse Zielgewichtungen festgelegt. Verändern sich die Zielgewichtungen durch Kursentwicklungen der einzelnen Anlageklassen und erreichen einen vorab definierten Schwellenwert, wird die Anlagestrategie wieder auf die Zielgewichtung zurückgesetzt.
Auch durch den Einsatz von ETF oder Indexfonds kann unnötiger Aktionismus verhindert und die Marktrendite gesichert werden.
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