Unterschätzte Nebenkosten: Ein Eigenheim ist teurer als gedacht

Immobilien

Viele Eigentümer sparen zu wenig für Unterhalt und Renovationen. Warum die 1-Prozent-Regel oft zu kurz greift und welcher Ansatz besser funktioniert.

Portrait von Stefan Bestler

Funktion Immobilien- und Hypothekarexperte

Publiziert am

25. September 2026

Viele Wohneigentümer und Käufer unterschätzen, wie hoch die Gesamtkosten eines Hauses ausfallen. Sie achten zwar auf die Hypothekarzinsen, vernachlässigen aber Unterhalt und Nebenkosten. Das rächt sich oft erst Jahre später, wenn hohe Renovationskosten anfallen.

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Eine Faustregel empfiehlt, jedes Jahr 1 Prozent des Immobilienwertes für Unterhalt und Erneuerungen zurückzustellen. Rechnet man allerdings die wahren Kosten für ein Haus zusammen, reicht 1 Prozent bei Weitem nicht aus. Vor allem für ältere Liegenschaften braucht es deutlich höhere Reserven für Unterhalt und Renovationen.

Rückstellung reicht nicht

Gemäss der 1-Prozent-Regel müssten die Eigentümer eines Einfamilienhauses mit einem Kaufpreis von 1,6 Millionen Franken jedes Jahr 16'000 Franken zur Seite legen. Selbst wenn das Objekt in einem guten Zustand ist, fallen für Heizung und Wartung schnell einmal 3000 bis 5000 Franken an. Dazu kommen Kosten für Strom, Service und die Gebäudeversicherung. Der laufende Betrieb beansprucht damit bereits die Hälfte der Reserven. Mit einem Garten steigen die Ausgaben weiter, auch wenn die Eigentümer viele Arbeiten selbst erledigen. So bleiben am Ende nur noch 6500 Franken übrig.

Im Beispiel unten summieren sich die Rückstellungen für Renovationen über 20 Jahre auf lediglich 130'000 Franken. Der aufgestaute Renovationsbedarf ist nach dieser Zeit in vielen Fällen deutlich höher.

Tipp: Werfen Sie schon beim Kauf einen genauen Blick auf die Unterhalts- und Nebenkosten und stellen Sie von Anfang an einen ausreichenden Betrag dafür zurück. Oft hilft es, für die Finanzierung nach wie vor mit einem kalkulatorischen Hypothekarzins von 5 Prozent zu rechnen – einem Zinssatz, der mit Blick auf die letzten 30 Jahre sehr hoch angesetzt scheint. Wer die Differenz zu den tatsächlichen Hypothekarzinsen für Unterhalt und Renovationsarbeiten auf die Seite legt, kann diese Kosten später leichter aus den Rückstellungen decken.

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