Unternehmensnachfolge

Unternehmen an Mitarbeitende verkaufen: So kann es klappen

Ein Management-Buy-out gilt als ideale Nachfolgelösung mit Kontinuität. Sie birgt auch Risiken. Worauf muss man achten, damit die Übergabe reibungslos klappt?

Marc Alig

Funktion Experte für Unternehmensnachfolge

Publiziert am

24. März 2026

Zurzeit sind mehr als 90'000 Schweizer KMU auf der Suche nach einer passenden Nachfolgeregelung. Wenn es nicht gelingt, diese Unternehmen in neue Hände zu geben, droht die Geschäftsaufgabe. Mit jeder Firmenschliessung geht auch viel Know-how verloren, und es kommt zu Steuerausfällen.

Viele Inhaberinnen und Inhaber versuchen zuerst, ihr Unternehmen innerhalb der Familie weiterzugeben. Wenn das nicht klappt, ist der Verkauf an langjährige Mitarbeitende eine verbreitete Lösung.

Ein Management-Buyout (MBO) sichert die Kontinuität im Betrieb, was wiederum den verbleibenden Mitarbeitenden, den Kunden und Lieferanten zugutekommt. Für die Unternehmer entfällt die Suche nach einem externen Käufer, und damit auch die unliebsame Aufgabe, ihr Lebenswerk Mitbewerbern oder Unbekannten zu überlassen.

Auch ein MBO hat Tücken, die die Nachfolgeregelung verzögern oder gefährden können. Die folgenden Punkte sollte man bei einer Nachfolge aus den eigenen Reihen im Auge behalten.

Firma richtig bewerten

Die Meinungen zum richtigen Firmenwert können weit auseinandergehen. Darum braucht es eine objektive Bewertung. Weil unterschiedliche Methoden zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, lässt man die Zahlen am besten von Profis richtig einordnen, um eine realistische Basis für Preisgespräche zu haben.

Prozess genau planen

Käufer und Verkäufer starten den Nachfolgeprozess oft allein, weil sie sich gut kennen. Ohne klare Struktur können Lücken und Missverständnisse entstehen. Ziehen Sie eine Fachperson bei, die ein durchdachtes Nachfolgekonzept entwickelt. Das schafft Sicherheit.

Finanzierung klären

Häufig gelingt die Übernahme nur, wenn Inhaber bereit und in der Lage sind, die Käufer mit Darlehen zu unterstützen. Denn Banken finanzieren meistens nur 50 bis 60 Prozent des Kaufpreises. Zudem verlangen viele, dass der Kauf über eine Holding abgewickelt wird.

Kommunikation: A und O

Eine klare Kommunikation unterstützt eine reibungslose Nachfolge. Informieren Sie Mitarbeitende und Kunden im richtigen Moment offen und persönlich. So vermeiden Sie Unsicherheiten, stärken das Vertrauen und sorgen für einen verlässlichen Übergang. Das verhindert, dass im ungünstigsten Fall designierte Käufer abspringen.

Steuern im Auge haben

Die steuerlichen Folgen werden oft unterschätzt. Wer nichts riskieren will, holt früh ein Ruling beim Steueramt ein.

Plan B bereithalten

Gute Kaderleute sind nicht automatisch gute Unternehmer, und nicht immer läuft alles rund. Deshalb sollte man auch einen Verkauf an Dritte prüfen.

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