Pensionierung

Steuern und Pensionierung: So schützen Sie Ihre Lebensqualität

Viele Erwerbstätige kümmern sich zu spät um ihre Steuern. Ihnen entgeht viel Geld, das später fehlt. Vor und bei der Pensionierung gibt es einige Möglichkeiten, die Steuerlast zu senken. Je früher man sie ausschöpft, desto besser.

Portrait von Sara Neuweiler

Sara Neuweiler

Funktion Pensionierungsexpertin

Publiziert am

9. März 2026

Der grösste Wunsch vieler Schweizerinnen und Schweizer ist es, möglichst lange gesund und finanziell flexibel zu bleiben, wenn sie in Pension gehen. Umso grösser ist dann die Enttäuschung, wenn sie feststellen, wie stark ihr finanzieller Spielraum schrumpft – und der erhoffte Lebensstandard kaum zu halten ist. Warum ist das so?

Zwar sinkt das jährliche Einkommen aus AHV und Pensionskasse deutlich – oft um mehrere Zehntausend Franken gegenüber dem letzten Jahreslohn. Doch die Steuerlast nimmt viel weniger stark ab. Das Ehepaar im Beispiel unten hat pro Jahr rund 58'000 Franken weniger zur Verfügung, zahlt aber nur rund 10'000 Franken weniger Steuern. Grund dafür ist, dass Abzüge wie Berufsauslagen oder Einzahlungen in die Säule 3a wegfallen.

Selbst wenn der Eigenmietwert voraussichtlich 2028 abgeschafft wird, sinken die Steuern weniger stark als viele erwarten (siehe Tabelle unten).

So bleibt mehr Geld zum Leben 

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um seine Steuern zu optimieren – man darf aber den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen. Am besten organisiert man sich darum schon einige Jahre vor der Pensionierung. Die folgenden Tipps helfen, die richtigen Massnahmen aufzugleisen. Weitere Tipps finden Sie im Merkblatt zum Thema. 

AHV: Was ist möglich? 

Die AHV-Renten muss man zu 100 Prozent als Einkommen versteuern – lebenslang. Wer nach 65 weiterarbeitet, sollte prüfen, ob sich ein Aufschub der Rente lohnt. Denn kommt zur Rente ein Lohn dazu, fällt man schnell in eine höhere Progression. Steuerlich bietet die AHV sonst kaum Spielraum. Umso wichtiger ist es, alle anderen Optionen zu nutzen.

Nutzen Sie den Spielraum in der Pensionskasse 

Die wenigsten Berufstätigen schöpfen die steuerlichen Anreize in der Pensionskasse aus. 

Vor der Pensionierung: 

Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse (PK-Einkäufe) gehören zu den wirkungsvollsten Massnahmen, um die Steuerrechnung zu senken und gleichzeitig mehr Kapital anzusparen. 

Tipp: Zahlen Sie möglichst gestaffelt ein. Wenn Sie etwa 45'000 Franken gespart oder geerbt haben, können Sie über drei Jahre je 15'000 Franken einzahlen und diesen Betrag jedes Jahr abziehen. Solche PK-Einkäufe lohnen sich umso mehr, je höher das Einkommen ist und je schneller das Geld wieder bezogen wird. Das ist oft erst ab 50 der Fall. Sie bleiben sinnvoll, auch wenn der Bund die Steuern auf Kapitalbezüge erhöhen sollte. 

Bei der Pensionierung: 

Wie hoch die Steuern künftig ausfallen, hängt wesentlich davon ab, wie man bei der Pensionierung seine Ersparnisse in der Pensionskasse bezieht: als Rente, als Kapital oder als Mix aus beidem. Die PK-Rente muss man zu 100 Prozent als Einkommen versteuern. Steuer-lich kann der Kapitalbezug nach 15 bis 20 Jahren attraktiver sein. 

Tipp: Beziehen Sie auf keinen Fall allein aus steuerlichen Gründen das Kapital. Die meisten Ehepaare wählen einen Mischbezug. Wägen Sie gut ab, was das beste Verhältnis aus Rente und Kapitalbezug ist. 

Nach der Pensionierung: 

Wer länger erwerbstätig bleibt, muss wie mit der AHV vorsichtig sein: Treffen Lohn und PK-Rente zusammen, kann die Steuerbelastung deutlich steigen. Klären Sie frühzeitig, ob es sich lohnt, die Renten aufzuschieben. In so einem Fall erlauben einige Pensionskassen weiterhin freiwillige Einkäufe – das lohnt sich. 

Säule 3a: So schöpfen Sie das Potenzial aus 

Es lohnt sich, jedes Jahr in die Säule 3a einzuzahlen – auch wenn es nicht der Höchstbetrag ist. Verpasste Einzahlungen darf man neu nachholen und vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehen, sofern man noch kein 3a-Guthaben bezogen hat. Wer den Maximalbetrag von 7258 Franken einzahlt, kann seine Steuerrechnung um bis zu 3000 Franken pro Jahr senken – je nach steuerbarem Einkommen und Wohnort. 

Tipp: 3a‑Gelder können Sie schon ab 60 beziehen. Wenn Sie diese Bezüge gut mit den Auszahlungen aus der Pensionskasse koordinieren und über mehrere Jahre staffeln, können Sie viel Steuern sparen. Dem Paar im Beispiel in der Tabelle bleiben so rund 22'000 Franken mehr zum Leben.

Darum lohnt es sich, mehrere 3a‑Gefässe aufzubauen. Wer nur ein einziges nutzt, zahlt beim Bezug oft unnötig hohe Steuern, da der Fiskus alle Bezüge eines Jahres zusammenzählt – in vielen Kantonen auch jene des Ehepartners. 

Wählen Sie steuergünstige Geldanlagen 

Behalten Sie Ihre Geldanlagen im Auge. Im Gegensatz zu Zinserträgen sind Kursgewinne in der Regel steuerfrei. Steuerlich kann es sich lohnen, das Wertschriftendepot so zu strukturieren, dass mehr Kursgewinne und weniger Zinserträge anfallen. 

Sie möchten alles richtig machen? Bestellen Sie das Merkblatt, oder sprechen Sie mit einer erfahrenen Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.