Geldanlagen

So haben ESG-Aktien-ETF im Jahr 2025 abgeschnitten

Börsenkotierte ESG-ETF schliessen Titel nach ESG-Kriterien aus. Dies verbessert die ESG-Eigenschaften des ETF, verändern aber auch die Rendite. Wie haben ESG-ETF im vergangenen Jahr abgeschnitten? 

Jonas Wieckert

Funktion ESG-Analyst

Publiziert am

4. Februar 2026

Anlegerinnen und Anleger, die in ESG-ETF investieren möchten, sollten sich bewusst sein, dass diese Produkte einen Anteil des klassischen Ausgangsuniversums aufgrund von ESG-Kriterien ausschliessen. 
 

Nachhaltig Geld anlegen: Auf diese Punkte sollten Sie achten

Merkblatt

Wer sein Geld nachhaltig investieren möchte, sollte die Versprechen der Fondsanbieter und Banken genau prüfen. In diesem Merkblatt erfahren Sie, worauf Sie achten sollten.

Merkblatt

Beispiele für ESG-Kriterien sind ESG-Rating, Klimakennzahlen oder Umsatz aus kontroversen Geschäftsaktivitäten wie Tabak oder Waffen. Je mehr Titel in den zugrundeliegenden Indizes ausgeschlossen werden, desto mehr können die ESG-Eigenschaften der ETF verbessert werden. Dafür muss aber auch mit grösseren Renditeabweichungen gerechnet werden.

Im Folgenden wird die Rendite in Franken der wichtigsten globalen ESG-Indizes mit dem zugrundliegenden Weltaktienindex MSCI World verglichen. Die ESG-Indizes unterscheiden sich im Bezug auf die Anzahl ausgeschlossener Titel und die angewandten ESG-Kriterien.

Der Vergleich zeigt sich, dass der klassische MSCI World mit 6,3 Prozent am besten abschnitt. Etwas schwächer performte der MSCI World Screened, der Unternehmen mit hohen Umsätzen aus kontroversen Geschäftsaktivitäten sowie Firmen mit schweren Kontroversen (z. B Menschenrechtsverletzungen) ausschliesst. Insgesamt entfernt er weniger als 10 Prozent der Titel des MSCI World.

Deutlich umfangreichere Ausschlüsse finden sich beim MSCI World Selection und beim MSCI World Climate Paris Aligned. Der MSCI World Selection filtert Unternehmen vor allem anhand ihres ESG Ratings und erzielte rund 0,5 Prozentpunkte weniger Rendite als der klassische MSCI World. 

Beim MSCI World Climate Paris Aligned fiel die Rendite sogar um 2 Prozentpunkte niedriger aus, da dieser Index Firmen ausschliesst, die den Pariser Klimazielen entgegenstehen. 

Das Schlusslicht bildete der MSCI World Socially Responsible. Er entfernt rund 75 Prozent der Titel und weicht damit am stärksten vom klassischen MSCI World ab. Dadurch fehlen einige grosse Gewinner des Jahres 2025 wie Alphabet und Broadcom oder Unternehmen wie Rheinmetall oder Palantir, die trotz kontroverser Geschäftsfelder ein hervorragendes Börsenjahr hatten. 

Zudem waren einige grosse Verlierer des Börsenjahres wie Novo Nordisk oder Walt Disney deutlich übergewichtet gegenüber dem klassischen Index. Diese Abweichungen führten in der Summe zu einer deutlich tieferen Rendite. 

Dass solche Unterschiede sich aber auch positiv auswirken können, zeigt das Jahr 2023, in dem der MSCI World Socially Responsible der renditestärkste Index im Vergleich war.

Im Jahr 2025 führte die Berücksichtigung von ESG-Kriterien generell zu tieferen Rendite gegenüber dem klassischen Weltaktienindex MSCI World. Wie die vorangegangenen Jahre zeigen, kann der Ausschluss einzelner Titel aufgrund von ESG-Kriterien sich aber auch positiv auswirken. 

Daher empfiehlt es sich bei der Investition in einen ETF auf einen ESG-Index, die Indexmethodik zu prüfen und die Fondseigenschaften zu untersuchen.

Anleger sollten vorsichtig sein, wenn Banken behaupten, dass ihre ESG oder nachhaltigen Produkte «mindestens eine gleich gute Rendite» ausweisen wie klassische Anlagelösungen. Die Renditen der Jahre 2024 und 2025 zeigen, dass dies nicht immer der Fall ist. 
 

Sie möchten mehr zu nachhaltigen Geldanlagen mit ETF erfahren? Bestellen Sie das Merkblatt zum Thema. Oder sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.