Geldanlagen

Die Marktlage per 06.12.2022

Aktuelle Marktsituation

  • Der Unsicherheit bezüglich der anstehenden Leitzinsanhebungen lastet auf der Anlegerstimmung. So haben die US-Märkte gestern teilweise mehr als 1,5 Prozent abgegeben. Die schwache Vorgabe aus den USA beeinflusst heute den Handelsstart in Europa negativ.
  • Die Ölpreise sind gestern zunächst etwas angestiegen. Allerdings gaben sie die Gewinne am Nachmittag wieder ab und sanken weiter. Heute Morgen kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83 US-Dollar. Ein Fass der Sorte West Texas Intermediate (WTI) wird aktuell zu 77.25 Dollar gehandelt.
  • Die Staatsanleihen setzen ihren zuletzt eher ruhigen Handel fort. Die Rendite des zehnjährigen US-Treasury liegt heute Morgen bei 3,59 Prozent, jene des Deutschen Bund bei ca. 1,88 Prozent.

Wichtigste neue Treiber

  • Die Stimmen gegen weitere aggressive Zinserhöhungen der EZB mehren sich. Der Chef der Notenbank Irlands, Gabriel Makhlouf, rechnet damit, dass am 15. Dezember der Leitsatz um 50 Basispunkte erhöht wird. Auch der französische Zentralbankchef François Villeroy de Galhau will den Leitzins weniger stark anheben als zuletzt. In einem gemeinsamen Fernsehinterview mit dem Bundesbankpräsident Joachim Nagel führte er aus, dass man «die Inflation auf 2% bis Ende 2024 oder 2025 zurückbringen» werde.
  • In den USA hellt sich die Stimmung im Dienstleistungssektor überraschend auf. Der Service-Einkaufsmanagerindex ISM legte zum Oktober auf 56,5 Punkte zu und kämpft sich so weiter in die Expansionszone vor. Erwartet wurde ein Rückgang auf 53,5 Punkte.
  • Der Sentix-Index für das Anlegervertrauen in der Eurozone verbesserte sich im Dezember recht deutlich auf -21 Punkte. Der Novemberwert lag noch bei -30,9 Punkten.

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Wichtige Entwicklungen und nächste Events

  • Eine Rezession in der Schweiz erwartet der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse in seiner neuesten Prognose zwar nicht. Das Risiko einer Strommangellage sei aber nicht gebannt und eine solche würde zu drastischen Verwerfungen führen, was letztendlich auch in der Schweiz eine Rezession auslösen könnte, erklärte der Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch an einer Medienkonferenz.
  • EU-Vertreter haben bei ihren Gesprächen mit der US-Regierung über milliardenschwere US-Subventionen bisher kaum etwas erreicht. Vor allem im neuen US-Gesetz «Inflation Reduction Act» sind zum Beispiel Steuergutschriften für den Kauf von in den USA hergestellten Elektroautos vorgesehen. Die EU befürchtet, dass das Gesetz den Europäern erheblich schaden wird. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.

Stand 08:10 Uhr