KI-Anlageberatung im Test: Vorsicht bei diesen Punkten
Geldanlagen
Künstliche Intelligenz (KI) kann bei Anlagefragen helfen. Im VZ-Test machen die fünf untersuchten Anwendungen jedoch gravierende Fehler.
Robin Roten
Funktion Anlageexperte
Beitrag empfehlen
23. September 2026
Wer investieren will, erhält heute in Sekunden Anlagevorschläge von ChatGPT, Claude und Co. Wie verlässlich sind solche Empfehlungen? Zusammen mit dem Konsumentenmagazin Mon Argent hat das VZ VermögensZentrum fünf KI-Anwendungen getestet. Sie sollten einem frisch pensionierten Anleger zeigen, in welche ETF er das Guthaben aus seiner Pensionskasse investieren könnte.
Pensionierung und Finanzen mit KI planen: Chancen und Grenzen
Merkblatt
Vier Kriterien wurden von den VZ-Experten beurteilt: Die Genauigkeit der Informationen und die Qualität der Titelauswahl, die Diversifikation der vorgeschlagenen Einzeltitel, die Diversifikation der vorgeschlagenen Anlageklassen und schliesslich die Berücksichtigung von Besonderheiten für Schweizer Anlegerinnen und Anlagerinnen.
Im Test machte die KI zwar auch sinnvolle Vorschläge, aber keine Anwendung überzeugte vollständig. Es zeigte sich:
- Die Tools machen Sachfehler: Es wurden ETF-Namen frei erfunden, Valoren-Nummern verwechselt oder Gebühren und Renditen falsch dargestellt.
- Grundlegende Informationen fehlen: So fragte beispielsweise keine der getesteten KI-Anwendungen nach der Risikobereitschaft des Anlegers. Für die Anlagestrategie ist das jedoch ein entscheidender Punkt.
- Übergewichtung des US-Dollars: Die KIs legen tendenziell zu viel Gewicht auf Anlagen in US-Dollar und zu wenig auf Schweizer Franken oder andere Währungen.
- Zu hohe Konzentration: Oft wird in den Vorschlägen ein zu grosser Teil des Vermögens auf wenige ETF der gleichen Anbieter verteilt. Das erhöht das Risiko unnötig.
- Ausblenden schweizerischer Besonderheiten: Viele Vorschläge unterschätzen die Währungsrisiken und die Kosten einer Währungsabsicherung. Spezifische Anforderungen von Schweizer Anlegern werden in der Regel nur bei ausdrücklicher Nachfrage berücksichtigt. Lediglich die Schweizer KI-Anwendung Apertus wurde in diesem Punkt für gut befunden.
Tipp: Diese Ergebnisse bedeuten nicht, dass KI komplett ungeeignet für Ihre Anlageplanung ist. Sie kann helfen, Ideen zu sammeln oder Fachbegriffe zu klären. Dabei hängt die Qualität der Antworten stark von der Fragestellung ab: Je detaillierter und klarer der Prompt, desto besser die KI-Antwort. Verlassen Sie sich jedoch niemals blind auf die Antworten. Überprüfen Sie alle Angaben kritisch und lassen Sie wichtige Entscheide von einer Fachperson beurteilen.
Sie möchten mehr zum Thema erfahren? Bestellen Sie das kostenlose Merkblatt oder sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.
Lernen Sie unsere Angebote kennen
-
-
Die Auswahl des richtigen ETF
So finden Sie den besten ETF
Merkblatt
-
Mit einem ETF-Sparplan günstig ein Vermögen aufbauen
Merkblatt