Geldanlagen

Das sind die Erkenntnisse aus 100 Jahren US-Aktienmarkt

Eine neue Studie untersucht die Renditen des US-Aktienmarktes über die vergangenen 100 Jahre. Die Ergebnisse liefern Einblicke in die Treiber langfristiger Anlageerfolge. Was können Anleger daraus lernen?

Publiziert am

29. Juli 2026

In diesem Jahr feiert der S&P 500 Index seinen 100. Geburtstag. Der bekannte US-Aktienindex wurde 1926 ins Leben gerufen. Genauso lange geht eine kürzlich aktualisierte Studie der Arizona State University zurück. 

Sie analysiert die Renditen von rund 30'000 US-Aktien zwischen Anfang 1926 und Ende 2025. Die Ergebnisse zeigen, dass die langfristige Entwicklung des US-Aktienmarktes von einer überraschend kleinen Zahl besonders erfolgreicher Unternehmen geprägt wurde und sich dieser Effekt in den vergangenen Jahren sogar noch verstärkt hat. Vier zentrale Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten.

1. Der Markt gewinnt – die meisten Aktien nicht

Der US-Aktienmarkt hat in den letzten 100 Jahren enormen Wohlstand geschaffen. Insgesamt resultierte eine Vermögenssteigerung von rund 91 Billionen US-Dollar gegenüber einer Anlage in kurzfristige Staatsanleihen. Wer Anfang 1926 einen Dollar in den breiten US-Aktienmarkt investierte und die Erträge laufend reinvestierte, verfügte Ende 2025 über mehr als 15’000 Dollar.

Doch dieser Erfolg ist trügerisch, wenn man ihn auf einzelne Aktien überträgt. Die Studie zeigt: Der Medianwert der Einzeltitelrenditen liegt bei -6,9 Prozent. Mit anderen Worten: Mehr als die Hälfte aller Aktien erzielte eine negative Rendite. Der Erfolg des Aktienmarkts ist also real – aber er ist nicht die Erfahrung der Mehrheit der Aktien.

2. Wenige Gewinner treiben den Durchschnitt

Der Grund für diesen Widerspruch liegt in der Verteilung der Renditen. Aktienrenditen sind sehr ungleich verteilt. Die meisten Aktien erzielen nur bescheidene Renditen. Gleichzeitig gibt es einige wenige Unternehmen, die langfristig aussergewöhnlich erfolgreich sind und einen grossen Teil der durchschnittlichen Aktienrendite von 30'000 Prozent erwirtschaften. Dadurch entstehen wenige sehr grosse Gewinner, die den Durchschnitt nach oben ziehen.

Das zeigt sich auch daran, dass nur 28 Prozent der Aktien den Gesamtmarkt schlagen. Die wenigen grossen Gewinner im Voraus zu erkennen, ist deshalb über lange Anlagezeiträume äusserst schwierig.

3. Ein kleiner Teil der Unternehmen erklärt fast alles

Die Studie zeigt zudem, wie stark die langfristige Wertschöpfung am US-Aktienmarkt konzentriert ist. Nur 46 Unternehmen sind für die Hälfte des seit 1926 geschaffenen Vermögens verantwortlich. 

Die grössten fünf Unternehmen allein – darunter Apple, Microsoft oder Amazon – stehen für über 20 Prozent der gesamten Vermögensbildung. Die Top-30-Firmen kommen auf einen Anteil von 44 Prozent.

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung über die Zeit: Die Konzentration hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein immer kleinerer Kreis von Unternehmen ist somit für einen immer grösseren Teil der Mehrrendite am US-Aktienmarkt verantwortlich.

4. Diversifikation ist entscheidend

Für Anleger hat das wichtige Konsequenzen. Zwar hat der US-Aktienmarkt über die vergangenen 100 Jahre einen enormen Vermögenszuwachs erzielt, doch davon profitierten längst nicht alle Unternehmen gleichermassen. Im Gegenteil: Rund 59 Prozent der Aktien schnitten schlechter ab als kurzfristige Staatsanleihen.

Der langfristige Erfolg am Aktienmarkt hängt deshalb entscheidend davon ab, die wenigen grossen Gewinner im Portfolio zu halten. Genau darin liegt jedoch die Herausforderung: Welche Unternehmen künftig zu den grössten Gewinnern zählen werden, lässt sich im Voraus nicht zuverlässig vorhersagen. 

Eine breite Diversifikation über möglichst viele Unternehmen hinweg wird deshalb zum zentralen Erfolgsfaktor. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, an den Erträgen der künftigen Spitzenreiter zu partizipieren und damit vom langfristigen Wachstum des Aktienmarkts zu profitieren. Anleger 

Die Studie zeigt somit auf, weshalb eine breite Diversifikation und ein langfristiger Anlagehorizont seit Jahrzehnten zu den zentralen Grundsätzen erfolgreicher Vermögensanlagen zählen. Das lässt sich mit kostengünstigen passiven Anlageprodukten wie ETF am sinnvollsten erreichen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass Anleger die künftigen Überflieger nicht im Voraus identifizieren müssen. 

Entscheidend ist vielmehr, dass diese Unternehmen im Portfolio vertreten sind, wenn ihr Erfolg eintritt. Dies lässt beispielsweise durch breit diversifizierte Indexfonds sicherstellen. Wer breit diversifiziert investiert ist, erhöht somit die Chance, automatisch an den Erfolg der Börsengewinner von morgen zu partizipieren.

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