50 Jahre Indexfonds – eine Erfolgsgeschichte
Geldanlagen
Indexfonds eignen sich sehr gut für die langfristige Geldanlage. Sie sind kostengünstig, diversifiziert und ermöglichen die Rendite eines Marktes abzubilden. Obwohl Indexfonds heute oft im Schatten von ETF stehen, reicht ihre Geschichte bereits ein halbes Jahrhundert zurück.
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25. August 2026
In diesem Monat steht ein Jubiläum an: Vor 50 Jahren, konkret am 31. August 1976, wurde der Vanguard 500 Index Fund lanciert. Damals hätten wohl nur wenige Experten erwartet, dass sich Indexfonds zu einer grossen Erfolgsgeschichte entwickeln würden.
Der Fonds geht auf eine Idee des US-Amerikaners John Bogle zurück. Sein Ziel war es, einen Aktienindex möglichst kostengünstig mittels eines Fonds nachzubilden und diesen Fonds auch Privatanlegern zugänglich zu machen. Mit diesem Ziel vor Augen gründete er Vanguard, heute eine der grössten Fondsgesellschaften der Welt.
Aktive und passive Fonds: Das sind die Unterschiede
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Der 1976 von Vanguard lancierte Fonds investierte in die 500 grössten US-Unternehmen. Da der Fonds auch Privatanlegern offenstand, konnten erstmals breite Bevölkerungsschichten bereits mit vergleichsweise kleinen Geldbeträgen breit diversifiziert in den US-Aktienmarkt investieren. Diesen Vanguard-Fonds gibt es auch heute noch. Seit seiner Auflegung erzielte er eine jährliche Rendite von über 10 Prozent.
Der erste Indexfonds der Welt wurde fünf Jahre zuvor von der US-Grossbank Wells Fargo aufgelegt: der Samsonite Pension Fund. Dieser bildete die damals 1500 an der New York Stock Exchange gelisteten Einzelwerte ab. Kaufen konnten den Fonds aber nur institutionelle Investoren. In der Schweiz kam der erste Indexfonds erst Ende der 80er Jahre auf den Markt.
Bogle musste zunächst viel Kritik aus der Branche einstecken. Denn der passive Ansatz unterschied sich völlig von dem damals verbreiteten aktiven Fondsmanagement, mittels taktischer Entscheidungen besser als ein Vergleichsindex (Benchmark) abzuschneiden. Bogles Indexfonds wurde daher Mittelmässigkeit unterstellt, denn mehr als die Benchmark-Rendite lag für den Anleger nicht drin – aber auch nicht weniger. Und das wiederum stellte sich als ein entscheidender Vorteil heraus. Denn viele aktive Fonds schaffen es auf die Dauer nicht, die Benchmark nach Abzug der Kosten zu schlagen.
Vanguard war den damaligen Konkurrenten auch deshalb ein Dorn im Auge, weil das Unternehmen seinen Kunden tiefe Kommissionen in Rechnung stellte und die Fondsanteile zudem direkt an die Anleger verkaufte – Provisionen für Mittelsmänner fielen dadurch weg. Und bis heute zeichnen sich Indexfonds durch ihre tiefen Kosten aus.
Der nächste Meilenstein bei den passiven Anlagefonds wurde 1993 erreicht: Dann startete mit dem Standard & Poors Depositary Receipt (auch Spider genannt) der erste kommerziell erfolgreiche ETF an der US-Börse. Dieser ETF konnte wie börsenkotierte Aktien einfach und effizient während des gesamten Börsentags gehandelt werden.
Im Frühjahr 2000 kamen dann in Europa die ersten ETF in den Handel. Seitdem erlebte der ETF-Markt ein rasantes Wachstum, vor allem in den vergangenen zehn Jahren. Seit Mitte der 2010er Jahre erlebt auch der Schweizer Indexfondsmarkt sein grösstes Wachstum.
Mittlerweile stehen Anlegern für Anlageklassen wie Aktien, Obligationen oder Immobilien zahlreiche ETF und nichtkotierte Indexfonds zur Verfügung. Allerdings variiert die Anzahl Produkte je nach Anlageklasse stark.
Die meisten in der Schweiz für Privatanleger zugelassene ETF und Indexfonds beziehen sich auf die Anlageklasse Aktien Ausland und Obligationen Ausland. Ob ein ganzes Portfolio jedoch nur mit passiven Anlagefonds aufgebaut werden soll, hängt letztendlich auch vom Anlageziel des Anlegers ab.
Die steigende Produktanzahl auf dem ETF-Markt führt zu einer immer grösseren Vielfalt und Komplexität auf dem Markt, die für Anleger zunehmend schwerer zu durchblicken ist. ETF-Fondsanbieter werden immer innovativer, was mögliche Kategorisierungsmöglichkeiten ihrer Produkte angeht.
Zu den neueren Trends auf dem ETF-Markt gehören beispielsweise Themenfonds. Indexfondsanbieter decken vor allem klassische Indizes ab. Jedoch nimmt hier die Anzahl unterschiedlicher Fondsklassen zu, die häufig spezifischen institutionellen Anlegern zugänglich sind.
Das starke Wachstum und die sinkenden Gebühren von passiven Fonds haben dazu geführt, dass es für Anleger immer wichtiger, aber auch immer anspruchsvoller wird, sich vor dem Kauf seriös und detailliert zu informieren.
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