VZ Pensionierungs-Barometer 2026: Die wichtigsten Erkenntnisse
Pensionierung
Die Studie "VZ Pensionierungs-Barometer" untersucht jedes Jahr die Entwicklung der Renten aus AHV und Pensionskassen sowie das Vertrauen in das Schweizer Vorsorgesystem. Der neueste Barometer zeigt: Angehende Pensionierte müssen mit weniger Geld aus den Vorsorgewerken planen. In vielen Fällen reichen die Renten aus AHV und Pensionskasse nicht aus, um finanziell genügend abgesichert in Pension zu gehen. Am meisten Sorgen rund um die Pensionierung bereiten Schweizern aber die Alters- und Pflegekosten.
Video mit Karl Flubacher, dem Autor der Studie. Video produziert im August 2026.
Die wichtigsten Erkenntnisse zur Entwicklung der Renten
- Gegenüber 2002 sind die zu erwartenden Altersrenten aus AHV und Pensionskassen zusammen um 16,4 Prozent gesunken. Die AHV-Renten sind seit 2002 schrittweise erhöht worden um die Teuerung. Zudem wird ab diesem Jahr eine 13. AHV-Rente ausbezahlt. Die Pensionskassenrenten dagegen sind stark gesunken. Heute zahlen die Pensionskassen 40 Prozent weniger als 2002.
- Häufig decken die Renten nicht einmal mehr die Hälfte des letzten Bruttolohnes. Besonders betroffen sind Erwerbstätige mit mittleren und höheren Einkommen. Wer 100’000 Franken im Jahr verdient, erhält heute nach der Pensionierung nur noch rund 51 Prozent seines letzten Lohnes als Renten ausbezahlt. 2002 ersetzten die Renten noch über 62 Prozent des Lohnes. Bei einem Jahreslohn von 150’000 Franken wird die Lücke noch viel grösser. In diesem Fall deckt die Rente nach der Pensionierung gerade mal knapp 42 Prozent des letzten Salärs. 2002 waren es rund 58 Prozent.
- Obwohl die Pensionskassen heute jedes Jahr weniger Rente auszahlen, sind ihre Leistungen seit 1985 insgesamt stabil, denn die Renten werden heute über eine deutlich längere Lebensdauer ausbezahlt. Hauptgründe für die tieferen Renten sind die niedrigeren Umwandlungssätze wegen der höheren Lebenserwartung und die im Vergleich zu früher tiefere Verzinsung.
- Spätestens 10 bis 15 Jahre vor der Pensionierung sollte man sich eine Übersicht über alle Ausgaben und Einnahmen im Ruhestand verschaffen und genügend Kapital ansparen, um die Einkommenslücke zu schliessen. Wer erst kurz vor der Pensionierung merkt, dass der gewünschte Lebensstil nicht finanzierbar ist, hat in der Regel auch nicht mehr genug Zeit, um zu reagieren.
Die grössten Sorgen von Schweizerinnen und Schweizern bezüglich der Pensionierung
Im Rahmen der Studie hat DemoSCOPE im Auftrag des VZ 1558 Personen in der Schweiz zwischen dem 15. bis 28. Mai 2026 unter anderem gefragt, wie es um ihr Vertrauen in die AHV- und Pensionskassenrenten steht, und was ihnen im Hinblick auf die eigene Pensionierung am meisten Kopfzerbrechen bereitet. Die repräsentative Umfrage zeigt:
- Die Alters- und Pflegekosten (Wohnen und Mobilität im Alter, Gesundheits- und Pflegeleistungen) führen die Sorgenrangliste mit 60 Prozent mit grossem Vorsprung an – und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht oder Sprachregion.
- Auf Platz zwei folgt die Inflation (32 Prozent), die besonders häufig in der Westschweiz genannt worden ist (44 Prozent). Die Inflation wird zudem oft von jenen Personen erwähnt, die ihre finanzielle Situation sowohl im Vergleich zum Vorjahr (39 Prozent) als auch mit Blick in die Zukunft (36 Prozent) schlechter einschätzen.
- Ein weiterer «Pain Point» ist die AHV, die von 23 Prozent der Befragten ins Feld geführt wird. Sie bereitet vor allem den jüngeren Personen zwischen 40 und 49 Jahren Kopfzerbrechen (33 Prozent). Die Sorgen nehmen ab, je älter die Leute werden. Zwischen 50 und 59 liegt der Wert noch bei 25 Prozent.
- Die überwiegende Mehrheit der Befragten sorgt sich sowohl um die Sicherheit ihrer AHV- als auch ihrer Pensionskassenrente. Nur 26,8 Prozent glauben, dass die AHV-Renten in 20 Jahren noch gleich sicher sein werden wie heute. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 30,9 Prozent. Immer mehr Menschen scheinen sich zu fragen, wie sich das Vorsorgewerk trotz Alterung der Gesellschaft in Zukunft finanzieren lassen wird. Das Vertrauen in die Pensionskassenrenten dagegen ist gegenüber Vorjahr leicht angestiegen. 2025 waren 26,4 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihre PK-Rente sicher sei, heute sind es 29,3 Prozent.
- Trotz grosser Sorgen um die Sicherheit der Renten: 68 Prozent der Befragten wollen keine Erhöhung des regulären Pensionierungsalters. Der Nein-Anteil liegt allerdings merklich unter jenem der eidgenössischen Abstimmung über die sogenannte «Renteninitiative» im März 2024, die mit knapp 75 Prozent der Stimmen abgelehnt wurde. Die Initiative verlangte eine schrittweise Erhöhung des Rentenalters auf 66 Jahre und danach eine Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung.
- Die Krankenkassen und Mieten, die die Schweizer Bevölkerung sonst stark umtreiben, scheinen im Hinblick auf die Pensionierung kaum Sorgen zu bereiten. Beide Themen wurden von den Befragten selten genannt (je 1 Prozent).
Podcast produziert im August 2026
Lernen Sie unsere Angebote kennen
-
-
Checkliste für die Planung der Pensionierung
Checkliste für die Pensionierung: Was Sie wann tun sollten
Merkblatt
-