Wie ETF besteuert werden

Wie bei jeder Anlage ist der Steueraspekt auch bei der Investition in ETF zu berücksichtigen. Was ETF-Anleger mit Wohnsitz Schweiz zu Einkommens-, Vermögens-, Stempel- und Quellensteuer wissen sollten.

Der in Form von Dividenden oder Zinszahlungen anfallende Ertrag eines ETF unterliegt der Einkommenssteuer, die Kursgewinne sind für Privatanleger nicht steuerpflichtig. Umgekehrt sind Kursverluste nicht vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig. Das in ETF angelegte Vermögen unterliegt der Vermögenssteuer.

Für die anfallende Einkommenssteuer ist es nicht von Bedeutung, ob der ETF die Dividenden- oder Zinserträge ausschüttet oder reinvestiert (thesauriert). Der thesaurierende ETF muss die angefallenen Erträge allerdings separat ausweisen, was bei in der Schweiz kotierten ETF in der Regel gegeben ist. Die zu versteuernden Erträge von ETF sind auf der Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung ersichtlich.

Verrechnungssteuer und Quellensteuer

Das Domizil des ETF kann aus steuerlichen Gründen einen Einfluss auf die Rendite des Anlageproduktes haben (siehe Tabelle unten). Erträge von ETF mit Domizil Schweiz unterliegen der Verrechnungssteuer von 35 Prozent. Diese ETF schütten nur 65 Prozent der Bruttoerträge an die Anleger aus. Der Investor muss die abgezogene Verrechnungssteuer via Deklaration in der Steuererklärung zurückfordern. Bei den in der Schweiz deutlich weiter verbreiteten ETF mit Domizil Irland oder Luxemburg werden die Ausschüttungen vollumfänglich dem Anleger zugeführt, ohne Abzug der Verrechnungssteuer.

Aber nicht nur der Anleger, sondern auch der ETF selbst muss 35 Prozent Verrechnungssteuer auf die Erträge abliefern. Bei ETF mit Domizil Irland oder Luxemburg betrifft das zwar nur die Erträge auf Schweizer Wertschriften, die vom ETF gehalten werden. Weil diese ETF ihr Domizil nicht in der Schweiz haben, sind sie aber nicht berechtigt, diese Verrechnungssteuer zurückzufordern.

Das ETF-Domizil wirkt sich auf die Rendite aus

ETF Benchmark Domizil TER Rendite 2018 Rendite 2017 Rendite 2016 Rendite 2015
UBS ETF SLI SLI Total Return Schweiz 0.20% -12.04% 20.74% 0.66% 2.86%
iShares SLI ETF SLI Total Return Schweiz 0.35% -12.42% 20.24% 0.45% 2.64%
Xtrackers SLI UCITS ETF SLI Total Return Luxemburg 0.35% -13.10% 19.65% 0.07% 1.41%
Benchmark -11.87% 20.71% 0.82% 3.00%

Die Renditeunterschiede sind nicht nur auf die TER, sondern auch auf andere Aspekte wie das ETF-Domizil zurückzuführen. ETF auf einen Schweizer Index mit Domizil Schweiz sind gegenüber ausländischen ETF steuerlich begünstigt.

Wer in Schweizer Anlagen investiert, sollte deshalb ETF mit Domizil Schweiz wählen. Bei einer angenommenen Dividendenausschüttung von 3 Prozent von Schweizer Aktien, erzielen ausländische ETF aufgrund des Fondsdomizils gegenüber einem Schweizer ETF eine Minderrendite von bis zu 1 Prozent pro Jahr.

Eine mit der Schweizer Verrechnungssteuer vergleichbare Quellensteuer auf Zinsen und Dividenden kennen auch viele andere Länder. Auch bei der Investition in einen ETF auf ausländische Titel ist die Wahl des Fondsdomizils deshalb zu beachten. Die unterschiedlichen oder teils fehlenden Steuerabkommen zwischen verschiedenen Ländern sprechen für oder gegen bestimmte Fondsdomizile bei der Investition in ausländische Titel. Eine Investition in US-Aktien beispielsweise ist für Schweizer Anleger über einen ETF mit Domizil Irland interessant.

Stempelsteuer

Der Bund erhebt beim Kauf oder Verkauf eines ETF eine Umsatzabgabe (Stempelsteuer). Sie beträgt 0,075 Prozent für in der Schweiz domizilierte Fonds und 0,15 Prozent für im Ausland domizilierte Fonds. Die Stempelsteuer fällt vor allem für jene Anleger ins Gewicht, die viele Käufe und Verkäufe tätigen.

Was Sie über ETF wissen müssen

Diese Seite teilen