VZ Analyse
Während einige SMI-Konzerne mit Rekordresultaten glänzen, erfahren andere Gegenwind aus unerwarteter Richtung. Die neusten Jahreszahlen zeigen, welche Unternehmen das Momentum nutzen – und wo die Schwachstellen liegen.
Publiziert 26. Febr. 2026
Beschreibung
Nach den ersten Schwergewichten (lesen Sie hier mehr dazu) haben auch Alcon, Amrize, Nestlé, Sika und Zurich ihre Jahreszahlen präsentiert. Insgesamt fiel die Bilanz positiv aus. Der starke Franken und branchenspezifische Probleme blieben jedoch eine Belastung.
Besonders im Fokus stand Nestlé. Nach mehreren Führungswechseln und einem Skandal um Babynahrung stand der Konzern unter Druck. Der neue CEO Philipp Navratil bestand seine erste Bewährungsprobe und präsentierte eine neue, fokussierte Strategie für die Zukunft.
Alcon
Alcon schloss das Jahr dank eines starken vierten Quartals versöhnlich ab. Der Umsatz stieg im Gesamtjahr um 5 Prozent und lag damit im Zielbereich. Der Gewinn legte nur leicht zu und die Marge sank gegenüber dem Vorjahr.
Neue Produkte trugen zum Wachstum bei und sollen auch 2026 Impulse liefern. Alcon rechnet mit einem Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent und will durch Kostensenkungen die Marge verbessern. Und trotz der gescheiterten Übernahme von Staar zeigt sich das Management zuversichtlich.
Die Dividende bleibt mit 0,28 Dollar unverändert. Damit ist Alcon das einzige SMI-Unternehmen in der laufenden Berichtssaison, das seine Ausschüttung nicht erhöht.
Amrize
Amrize legte erstmals seit der Abspaltung von Holcim eigene Jahreszahlen vor – und erfüllte dabei den Grossteil seiner Ziele. Der Umsatz stieg leicht um 0,9 Prozent, der Gewinn sank jedoch um 7 Prozent.
Für 2026 erwartet Amrize eine deutliche Beschleunigung. Steigende Volumen und höhere Preise sollen das Umsatzwachstum auf 4 bis 6 Prozent treiben. Beim bereinigten EBITDA peilt das Unternehmen ein Wachstum von 8 bis 11 Prozent an. Somit dürfte die Konzentration auf das Nordamerika-Geschäft bereits kurz nach der Abspaltung Früchte tragen.
Neben einer ordentlichen Dividende von 0,44 Dollar wird eine Sonderdividende in gleicher Höhe ausbezahlt. Zusätzlich plant Amrize einen Aktienrückkauf von einer Milliarde Dollar. Damit will das Unternehmen wie der Mutterkonzern Holcim eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik verfolgen.
Nestlé
Nestlé wuchs 2025 organisch um 3,5 Prozent. Das Wachstum lag über dem Vorjahr und wurde vor allem von Preiserhöhungen getragen, während das Volumen nur schwach zunahm. Im zweiten Halbjahr zog das Wachstum spürbar an.
Der Rückruf von Babynahrung belastete die Zahlen noch nicht, dürfte aber 2026 einen leichten Dämpfer bringen. Entsprechend zurückhaltend bleibt der Ausblick: Nestlé stellt für das laufende Jahr ein organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent in Aussicht. CEO Navratil will den Konzern klarer strukturieren und in vier Geschäftsbereiche gliedern. Gleichzeitig sollen Kosten sinken, während die Ausgaben für Marketing erhöht werden.
Darüber hinaus erhöht Nestlé die Dividende zum 30. Mal in Folge – um fünf Rappen auf 3,10 Franken. Trotz lauter werdender Kritik wegen der hohen Schulden hält das Unternehmen also an der Erhöhung der Ausschüttung fest und festigt seinen Status als Dividendenaristokrat.
Sika
Sika blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Der Umsatz sank um 4,8 Prozent, der Gewinn sogar um 16,2 Prozent. Neben dem starken Franken belastete vor allem die schwache Baukonjunktur in China. Das Unternehmen reagierte mit einem Effizienzprogramm und Stellenabbau, insbesondere in China. Diese Massnahmen drückten den Gewinn kurzfristig, sollen aber die Basis für neues Wachstum legen. Für 2026 erwartet Sika ein Wachstum von 1 bis 4 Prozent in Lokalwährung. Eine Erholung wird ab dem zweiten Halbjahr in Aussicht gestellt.
Trotz des Gewinnrückgangs erlaubt der solide operative Cashflow eine Dividendenerhöhung auf 3,70 Franken. Mit einer Dividendenrendite von 2,3 Prozent ist dies aber unterdurchschnittlich im SMI-Vergleich.
Zurich
Zurich setzte 2025 neue Bestmarken. Der Gewinn stieg um 17 Prozent auf 6,8 Milliarden Franken. Die Dividende soll von 28 auf 30 Franken steigen, was einer Rendite von über 5 Prozent entspricht. Besonders stark entwickelte sich das Schadenversicherungsgeschäft. Prämienerhöhungen und geringere Belastungen aus Naturkatastrophen stützten das Ergebnis. Auch das Lebensversicherungsgeschäft trug zum Rekord bei.
Konzernchef Greco zeigt sich zuversichtlich für die kommenden Jahre. Zurich will weiter wachsen, sowohl organisch als auch durch Übernahmen. Der geplante Kauf von Clearview gilt als gesichert, während die Gespräche mit Beazley noch laufen, aber kurz vor dem Abschluss stehen könnten.
Ausblick
Gut die Hälfte der SMI-Unternehmen hat ihre Zahlen nun vorgelegt. Die meisten Konzerne konnten überzeugen, und mit Ausnahme von Alcon planen alle Unternehmen höhere Dividenden – ein deutliches Zeichen der Zuversicht.
Wie hat sich Holcim ohne das Nordamerikageschäft behauptet? Und wie gelang es Swiss Re in einem Jahr mit verhältnismässig milden Umweltereignissen starke Gewinne zu erzielen? Beide Fragen werden am Freitag beantwortet. Bis Mitte März folgen die letzten Unternehmensberichte. Gerade rechtzeitig zum Start der Dividendensaison.
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