VZ Analyse
Die SMI-Schwergewichte liefern überzeugende Ergebnisse für 2025. ABB glänzt, UBS enttäuscht an der Börse, und die Pharmariesen bleiben solide.
Publiziert 6. Febr. 2026
Beschreibung
Mit ABB, Novartis, Roche und UBS haben die ersten grossen Schweizer Unternehmen ihre Zahlen für das Jahr 2025 vorgelegt. Alle vier Konzerne erzielten gute Resultate und planen höhere Dividenden. Die Reaktionen an der Börse fielen jedoch unterschiedlich aus.
ABB überzeugte mit starkem Wachstum und vollen Auftragsbüchern. Die Aktie legte deutlich zu. Bei der UBS gab der Kurs trotz sehr guter Zahlen nach. Novartis und Roche erfüllten ihre Ziele ohne grössere Überraschungen. Die Investoren reagierten zurückhaltend.
ABB
ABB bleibt das Mass aller Dinge. Ein sehr gutes viertes Quartal verstärkte den positiven Trend des gesamten Jahres. Der Umsatz stieg um elf Prozent, der Gewinn legte um 29 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken zu.
Ein wichtiger Wachstumstreiber war die hohe Nachfrage nach Rechenzentren in der Sparte Elektrifizierung. Auch die übrigen Geschäftsbereiche trugen zum Erfolg bei. Dabei überzeugte ABB besonders in Europa, aber auch die anderen Regionen generierten Wachstum generierten.
Für 2026 bleibt das Unternehmen optimistisch. Der hohe Auftragsbestand gibt Planungssicherheit. Die Aktionäre profitieren ebenfalls: ABB erhöht die Dividende von 0,90 auf 0,94 Franken und kauft Aktien im Wert von zwei Milliarden Franken zurück. Möglich wird dies durch die starke Kapitalbasis – und zusätzliche Mittel von mehr als fünf Milliarden Dollar aus dem Verkauf der Robotiksparte an die japanische SoftBank.
Novartis
Novartis beendete das Jahr mit einem schwachen vierten Quartal. Trotzdem erreichte der Konzern seine Jahresziele. Der Gewinn stieg zu konstanten Wechselkursen um zwölf Prozent auf 17 Milliarden Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um acht Prozent auf 54,5 Milliarden Dollar.
Das Wachstum verlangsamte sich durch zunehmende Konkurrenz von Generika – eine Trend, der sich 2026 fortsetzen dürfte. Novartis rechnet erst in der zweiten Jahreshälfte mit stärkerem Wachstum und veröffentlichte einen vorsichtigen Ausblick.
Trotzdem bleibt das Unternehmen gut aufgestellt. Die Pipeline ist attraktiv, auch wenn sich einzelne Projekte verzögern. Im zweiten Halbjahr dürfte sich das Tempo erhöhen. Positiv für Anleger ist die erneute Dividendenerhöhung. Zum 29. Mal in Folge steigt die Ausschüttung mit einer Erhöhung von 20 Rappen auf 3,70 Franken.
Roche
Roche präsentierte seine Zahlen bereits vor Novartis. Auch hier blieben Überraschungen aus, der Konzern erreichte seine Ziele. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um sieben Prozent auf 61,5 Milliarden Franken während der Gewinn um elf Prozent auf 16,6 Milliarden Franken zunahm.
Die Pharmasparte wuchs stärker als das Diagnostikgeschäft. Letzteres litt weiterhin unter den schwierigen Marktbedingungen in China. Dort brach der Umsatz um fast 25 Prozent ein. Trotzdem erzielte die Diagnostiksparte noch ein Plus von zwei Prozent. Ab 2027 dürften sich die Bedingungen im chinesischen Markt verbessern.
Im Pharmabereich überzeugten zudem die Aussichten. Roche baut sein Angebot weiter aus. Besonders im Bereich Fettleibigkeit verbuchte das Unternehmen zuletzt sehr gute Studiendaten. Ein neues Brustkrebsmedikament zeigt ebenfalls grosses Potenzial. Die Pipeline bleibt damit ein zentraler Stärkefaktor. Roche erhöht die Dividende um zehn Rappen auf 9,80 Franken und damit zum 35. Mal in Folge.
UBS
Die UBS steigerte ihren Gewinn im Jahr 2025 um mehr als 50 Prozent. Niedrigere Kosten und ein starkes Investment Banking trugen wesentlich dazu bei. Die Ergebnisse lagen über den Erwartungen.
Das Schweizer Geschäft entwickelte sich hingegen verhaltener. Im Asset Management erreichte die Bank ihre Ziele insgesamt, der Neugeldzufluss belief sich auf 100,5 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal kam es jedoch in Amerika zu Abflüssen. CEO Ermotti erwartet durch neue Mitarbeitende eine Trendwende.
Die Aktionäre profitieren dennoch: Die Dividende steigt auf 1,10 Dollar, zudem plant die UBS Aktienrückkäufe im Umfang von drei Milliarden Dollar. Für 2026 ist der Abschluss der CS-Integration vorgesehen. Auch dadurch sind weitere Kosteneinsparungen zu erwarten.
Trotz der sehr guten Resultate verlor die UBS-Aktie nach der Veröffentlichung überraschend stark und schloss mit einem Minus von über sechs Prozent.
Ausblick
Die Schweizer Berichtssaison steht erst am Anfang. In den kommenden Wochen legen weitere Unternehmen ihre Zahlen vor. Swisscom berichtet am 12. Februar. Am 19. Februar folgen Zurich und Nestlé, am 20. Februar Sika.
Besonders im Fokus steht Nestlé. Nach einem schwachen Jahresauftakt und Rückrufen bei Babymilchprodukten steht der Konzern unter Druck. Eine klare Verbesserung der Ergebnisse oder ein überzeugender Ausblick könnten die Trendwende einleiten.
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