SIX-CEO: 2026 wird wohl besser als gut

Schweizer Börse

26. Jun 2026

Beschreibung

Zürich (awp) - SIX-Chef Bjørn Sibbern zeigt sich für das laufende Geschäftsjahr optimistisch. Der finanzielle "Schock" durch die Beteiligung am Finanzdienstleister Wordline im Vorjahr sei nun überwunden, sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Wirtschaftszeitung "L'Agefi".

Alle vier Geschäftsbereiche seien gut ins laufende Jahr gestartet. "Sie können wahrscheinlich an meinem Lächeln erkennen, dass es wohl besser als 'gut' sein wird", verriet er. Die SIX wird ihre Halbjahresresultate am 23. Juli publizieren.

Für den Schweizer IPO-Markt zeigt sich Sibbern trotz geopolitischer Unsicherheiten optimistisch. In Europa seien Börsengänge wegen der Spannungen im Nahen Osten zwar verschoben, aber nicht abgesagt worden. "Im zweiten Halbjahr sollten die aufs Eis gelegten Projekte wieder in Gang kommen", sagte er.

Noch kein "attraktives Modell" bei Sparks

Mit Blick auf das KMU-Segment Sparks räumte Sibbern ein, dass SIX noch nicht die richtige Formel gefunden habe. "Wir haben noch kein einfaches und attraktives Modell gefunden, um KMU dazu zu bewegen, an die Börse zu gehen." Das Potenzial sei jedoch "fantastisch".

Kritisch äusserte sich der SIX-Chef zur Regulierung der Kapitalmärkte in Europa. Die Deregulierungsbestrebungen in den USA seien zwar "teilweise diskutabel", gleichzeitig aber ein Warnsignal für Europa. "Es ist an der Zeit, den Verwaltungsaufwand und einige der für börsenkotierte Unternehmen geltenden Normen zu reduzieren."

Eine Überregulierung könne sogar den Anlegerschutz untergraben. Es bestehe die Gefahr, "dass eine Überregelung Investoren dazu veranlasst, sich an andere Plätze zu wenden, die nicht reguliert sind".

ls/ra