Riesen-Rebound: Chance auf Erholung im SMI

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VZ Chartanalyse

Vom tiefen Minus ins dicke Plus in weniger als einer Stunde: Der SMI reagiert abrupt auf neue Signale aus der Geopolitik. Der kräftige Rebound rückt nun zentrale charttechnische Marken in den Fokus.

Publiziert 24. März 2026

Autor

Andreas Paciorek

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

So schnell kann es gehen: Trennten sich verunsicherte Anleger noch kurz vor Mittag bei einem SMI von über 2 Prozent im Minus von ihren Aktien, so fanden sie den SMI nicht mal eine Stunde später mehr als 1 Prozent im Plus. (Hier geht es zur VZ-Analyse: Wer die besten Börsentage verpasst, ruiniert seine Rendite). 

Wie sich die Lage im Iran weiterentwickelt, ist schwer abschätzbar. Trump hatte dem Iran ein 48‑Stunden‑Ultimatum gestellt, die Strasse von Hormus frei zu halten, andernfalls sollten Angriffe auf Energie‑ und Kraftwerksinfrastruktur erfolgen. Nun hat er die Frist um fünf Tage verlängert und die Angriffe vorläufig ausgesetzt, während laut ihm "produktive Gespräche" laufen. Es scheint, dass Donald Trump den Blick über das Ende des Konfliktes hinaus richtet, etwa auf die globale Energieversorgung aus einer der wichtigsten Förderregionen der Welt. Das beruhigt die Märkte. 

Eine vertiefte Analyse der geopolitischen Lage würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und würde kaum noch Raum lassen für den Fokus dieses Artikels - einer charttechnischen Einordnung des SMI nach dem kräftigen Rebound, der im DAX und im Euro Stoxx 50 sogar noch viel deutlicher ausfiel. 
 

Zwischen Panik und Erholung 

Zunächst lässt sich aus längerfristiger Sicht festhalten, dass sich der SMI trotz aller Unsicherheiten und Kursverluste seit dem Iran-Angriff weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend befindet. Selbst die relativ steile Aufwärtstrendlinie seit 2020 (in blau) wurde mit Trumps "Liberation Day" nur kurzfristig unterschritten – und innerhalb kurzer Zeit von den Bullen (also Anlegern, die auf steigende Kurse setzen) zurückerobert. 

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch beim damaligen Kurseinbruch der Relative-Stärke-Index (RSI, ein technischer Indikator, der misst, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist, untere Skala) deutlich in den sogenannten überverkauften Bereich fiel. In solchen Phasen kommt es aus technischer Sicht häufig zu Gegenbewegungen. 

Schlüsselzonen im Fokus 

Aus kurzfristiger Perspektive drehte der SMI heute Mittag bei rund 12'050 Punkten – knapp oberhalb einer wichtigen Unterstützungszone im Bereich der auch psychologisch relevanten 12'000-Punkte-Marke. Dort treffen mehrere Faktoren zusammen: Einerseits verläuft hier die erwähnte Aufwärtstrendlinie seit 2020, andererseits ein viel beachtetes Retracement-Niveau (61,8% – ein aus der Charttechnik abgeleiteter Prozentsatz, der typische Rücklaufzonen innerhalb eines Trends beschreibt) der vorherigen Aufwärtsbewegung vom "Liberation Day"-Tief bis zum Allzeithoch im Februar. Solche Marken gelten unter Charttechnikern oft als mögliche Wendepunkte. 

Dass diese Zone bislang gehalten hat, lässt die Chancen auf eine rasche Erholung intakt – insbesondere, wenn Entspannungssignale aus der Geopolitik kommen und damit die weiterhin robusten globalen Makrodaten wieder stärker ins Gewicht fallen. In diesem Fall würde der Fokus zunächst auf die 13'000-Punkte-Marke rücken. 

Bei aller Hoffnung, die der kräftige Rebound weckt, sollten die kurzfristigen Abwärtsrisiken nicht ausgeblendet werden. So wurde der 200-Tage-Durchschnitt – ein viel beachteter Indikator für den längerfristigen Trend – in der vergangenen Woche nach unten durchbrochen und verläuft aktuell im Bereich von rund 12'600 Punkten. Je länger der Index darunter notiert, desto stärker wird das charttechnische Bild belastet. Für die Bullen ist es entscheidend, diesen zurückzuerobern. Bei einem Rückfall unter 12'000 droht ein Rückfall in den tieferen Unterstützungsbereich um 11'420 Punkte. 

Einordnung: Für wen ist Charttechnik relevant? 

Charttechnische Analysen wie diese richten sich in erster Linie an Anlegerinnen und Anleger mit kürzerem Anlagehorizont oder an jene, die ihre Entscheide durch zusätzliche Marktsignale absichern möchten. Die Interpretation von Kursmustern, Unterstützungszonen oder Indikatoren kann dabei helfen, das kurzfristige Marktverhalten besser einzuordnen – ersetzt jedoch keine fundierte, langfristige Anlagestrategie. Für langfristig orientierte Investoren treten solche kurzfristigen Schwankungen in den Hintergrund: Historisch betrachtet haben sich breit diversifizierte Aktienmärkte trotz zwischenzeitlicher Rückschläge stets über die Zeit nach oben entwickelt. 

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