Geldanlagen

Wer die besten Börsentage verpasst, ruiniert seine Rendite

Wenn die Kurse einbrechen, stossen viele Anleger ihre Wertschriften ab. Sie nehmen die Verluste mit und verpassen die Erholung, die für die Rendite entscheidend ist.

Daniel Weinmann

Finanzexperte
Publiziert am
10. August 2022

Für die meisten Anlegerinnen und Anleger ist die sogenannte Marktrendite ein vernünftiges Ziel. Eine marktgerechte Rendite bedeutet, langfristig immer etwa gleich viel zu gewinnen und zu verlieren wie der gesamte Markt.

Diejenigen, die mehr wollen, machen oft gravierende Fehler. Sie gehen zu hohe Risiken ein, zahlen zu hohe Bankgebühren und lassen sich immer wieder vom Auf und Ab an den Börsen zu hektischen Umschichtungen verleiten, obwohl das nicht ihrem Risikoprofil entspricht. Ein Ausstieg im falschen Moment kann die Anlagerendite im Wertschriftendepot langfristig ruinieren.

Das zeigen Zahlen aus den vergangenen zwei Krisen, welche die Börsen in den vergangenen fünfzehn Jahren belastet hatten: Die Finanzkrise 2007 und 2008 sowie die Covid-Pandemie im Jahr 2020. In beiden Fällen reagierten die Märkte heftig – sowohl nach unten wie nach oben. Auf einen Einbruch folgten Zwischenerholungen, die mehrmals überdurchschnittlich hoch ausfielen. 

Wie die Tabelle zeigt, fielen die zehn höchsten Tagesrenditen in die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2008 und in die jüngste Corona-Krise. Wenn solche Tage verpasst, kann man diese verpassten Kursgewinne kaum mehr ausgleichen. Das ist der wichtigste Grund, warum man Wertschriften nie überstürzt verkaufen sollte.

Anleger, die aber solche Erholungstage verpassen, weil sie bei einem grösseren Kursrutsch ihre Wertschriften verkauft hatten, ruinieren nicht nur kurzfristig, sondern auch auf längere Sicht ihre Rendite. Ein Beispiel: Der Schweizer Leitindex Swiss Market Index (SMI)  stieg von Anfang 2008 bis Mitte Juli 2022 um fast das Doppelte (inkl. Dividenden). Die Rendite der Anleger, die die zehn besten Börsentage dieser Entwicklung verpassten, ist aber rund 85 Prozent tiefer. 

Wer sein Geld langfristig erfolgreich anlegen und wirkungsvoll vor Verlusten schützen möchte, sollte darum an den folgenden Grundsätzen festhalten:

Ausdauer: Leiten Sie Ihre Anlagestrategie sorgfältig her. Sie passt zu Ihrem Risikoprofil und Ihrer Risikofähigkeit: Halten Sie darum daran fest – auch in einer Krise.
Auswahl: Nutzen Sie ETF und Indexfonds für Ihre Anlagen. Sie sind günstig und transparent, und ihre Rendite liegt nahe an der Marktrendite, weil ETF und Indexfonds Märkte möglichst genau abbilden.
Abstimmung: Überprüfen Sie Ihr Risikoprofil, wenn sich Ihre Lebensumstände oder Ihre finanzielle Situation ändert, mindestens aber alle zwei Jahre. Es kann sein, dass Sie die Anlageklassen im Depot neu gewichten müssen.

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