Partners Group: Flucht nach vorne ist vorerst missglückt

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Nach dem Kurssturz ging das Management in die Offensive und kaufte massig eigene Titel. Der Effekt auf den Aktienkurs ist bislang jedoch bescheiden geblieben.

Publiziert 15. Jun 2026

Autor

Roman Gfeller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Knapp zwei Wochen sind vergangen, seit die Aktien von Partners Group einen epischen Kurssturz erfahren hatten. Mehr als 16 Prozent fielen die Titel des SMI-Unternehmens, seit Jahresanfang hatten sich damit die Valoren praktisch halbiert. Wer damals in der Hoffnung einstieg, von günstigen Kursen profitieren zu können, wurde bislang nicht belohnt. Nach einer kurzen Erholungsphase notieren die Titel wieder unter der 700-Franken-Marke. 

Noch scheint es also nicht zu fruchten, dass das Management nach dem Absturz ein Zeichen setzen wollte.  Zu den markant tieferen Kursen wurde innert weniger Tage ein Betrag von mehreren Millionen Franken in die Partners-Group-Aktie investiert – nicht von externen Investoren, sondern von Insidern. Dabei handelt es sich um Personen mit direktem Einblick in das Geschäft. Die Börsenregeln wollen es so, dass diese Transaktionen offengelegt werden müssen. 

34 Insiderkäufe seit Anfang Jahr

Dass diese Käufe nicht bloss ein symbolischer Akt des Unternehmens war, zeigt die Insider-Statistik seit Anfang Jahr. Das Management hat insgesamt 35 Transaktionen getätigt – davon waren 34 Käufe und lediglich ein Verkauf. Mitgründer Alfred Gantner verwies dabei explizit auf frühere Krisenphasen. Während der Finanzkrise 2008 brach der Kurs ebenfalls stark ein, was intern für Aufstockungen genutzt wurde. Rückblickend erwies sich das als langfristig erfolgreich: Aus damaligen Einstiegsniveaus entwickelten sich die Bewertungen über Jahre hinweg deutlich nach oben. 

 

Diesem offensiv zur Schau gestellten Optimismus steht die Zurückhaltung der Anleger gegenüber. Hinter dem Absturz (zur VZ-Analyse) standen ursprünglich der Bereich der Privatkredite, die in den Fokus gerückt waren, sowie ein Shortseller, der Zweifel an der Bewertung säte (zur VZ-Analyse).

Flucht von Privatanlegern aus Fonds

Das Fass zum Überlaufen brachten die Rücknahmegesuche von Anlegern, die in Fonds der Partners Group investiert waren. Bei einem Fonds wollten Investoren 10 Prozent des Kapitals abziehen, worauf Partners Group dies beschränken wollte. Das Entscheidende ist die Zusammensetzung dieser Bewegung: Sie stammt laut Unternehmen vor allem von privaten Anlegern. Institutionelle Investoren, die rund 80 Prozent der Vermögen stellen, bleiben weitgehend investiert. Bislang seien lediglich ein europäisches Produkt und ein Fonds für US-Kunden betroffen.

Das relativiert die Dramatik der Situation - und zeigt gleichzeitig auf, dass das Problem letztlich hausgemacht war. Einerseits handelt sich nicht um einen flächendeckenden Rückzug, sondern um eine Verschiebung innerhalb der Anleger. Privatkunden reagieren schneller, benötigen häufiger Liquidität oder schichten opportunistisch um. Institutionelle Investoren dagegen sind langfristig gebunden und weniger reaktiv. 

Andererseits wollte Partners Group seine Fonds bewusst Privatanlegern öffnen. Sie hatten aber offensichtlich unterschätzt, dass gerade diese Gruppe sich weniger gewohnt ist, in Fonds zu investieren, die über eine fixe Laufzeit verfügen und es deshalb schwierig sein kann, vorzeitig sein Kapital herauszunehmen. 

Suche nach Anlegervertrauen

Doch was heisst das nun für die weiteren Perspektiven der Aktien? Aus fundamentaler Sicht werden Investoren sich darauf fokussieren, ob sich die Kapitalflüsse in die Fonds von Partners Group stabilisieren. Eine solche Entwicklung würde dazu beitragen, dass das Unternehmen wieder an Anlegervertrauen gewinnt. Die Käufe aus dem eigenen Haus, die auf der Erwartung basieren, dass sich dieser Effekt über die Zeit relativiert, scheint bislang noch nicht verfangen zu haben. 

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