Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 8 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 9.50 Uhr):
RICHEMONT (+0,6% auf 171,80 Fr), SWATCH (-0,8% auf 173,30 Fr.): Uhrenexporte
Manchmal reichen gute Nachrichten alleine nicht aus, um die Stimmung der Investoren aufzuhellen. Das zeigt sich beim Blick auf die beiden Uhren-Aktien von Richemont und Swatch, bei denen die Reaktionen auf die jüngsten Exportdaten recht unterschiedlich ausfallen. Dabei dürften an sich beide gut abgeschnitten haben, denn laut dem Uhrenverband FH kletterten die Uhrenexporte im August klar nach oben. Insgesamt schnitten sowohl die günstigen Uhren als auch die teuren Uhren besonders gut ab. Analysten betonen in ihren ersten Kommentaren, dass sich die Industrie als überraschend widerstandsfähig und robust erwiesen habe. Das Problem bei den Daten ist denn auch laut Jefferies, dass die Exportzahlen zuletzt durch die US-Zölle immer wieder verzerrt worden sind. Dies habe auch Auswirkungen auf andere Regionen gehabt. Generell habe er aber den Eindruck, dass sich "Hard Luxury" gerade in China besser schlage als bislang gedacht. Dies dürfte denn auch die bessere Entwicklung von Richemont mit seinem Schmuckgeschäft erklären.
RIETER (-14,8% auf 2,51 Fr.): UBS schürt Zweifel an Erholung
Die Aktien des Textilmaschinenherstellers Rieter brechen am Donnerstag im frühen Handel ein. Die UBS hat auf "Sell" von "Neutral" abgestuft und das Kursziel deutlich auf 2,00 von 3,10 Franken gesenkt. Die Analysten erachten die Erwartungen an eine Erholung als zu hoch: Die Nachfrage dürfte sich langsamer und weniger stark erholen als bislang erwartet und auch 2027 noch unter früheren Zyklusniveaus liegen. Zudem belaste die Schwäche in China, das nach der Barmag-Übernahme für Rieter an Bedeutung gewonnen habe. Besonders skeptisch ist die UBS bei der Profitabilität: Für 2026 bis 2028 erwartet sie bereinigte EBIT-Margen von -0,2, 2,6 und 4,3 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Konsens. Vor diesem Hintergrund hält sie die Aktie nun für hoch bewertet. Mit dem heutigen Kurssturz fallen die Titel auf den tiefsten Stand des Jahres, nachdem seit Jahresbeginn bereits ein Minus von knapp 8 Prozent zu Buche stand. Sollten die kommenden Auftragseingänge keine deutliche Belebung signalisieren, dürfte es für die Aktien daher vorerst schwierig bleiben, nachhaltig Boden gutzumachen, so ein Händler.
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