VZ Analyse
Mit dem Start ins neue Jahr rückt für viele Schweizer Anleger ihre liebste Jahreszeit näher: Der Dividendenfrühling. Doch verlässliche Dividenden erfordern mehr als einen schnellen Blick auf die Dividendenrendite.
Publiziert 20. Jan. 2026
Beschreibung
Besonders im Fokus von Anlegerinnen und Anlegern steht oft die Dividendenrendite. Sie ergibt sich aus der Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs und liefert einen ersten Eindruck. Allein betrachtet kann sie jedoch in die Irre führen. Fällt der Aktienkurs stark, steigt die Dividendenrendite automatisch. In diesem Fall wirkt die Aktie attraktiv, obwohl der Kursverlust häufig auf unternehmensspezifische Probleme hinweist. Eine hohe Rendite ist in solchen Fällen weniger ein Qualitätsmerkmal als vielmehr ein Warnsignal.
Ausgangslage Dividendenrendite
Sinnvoll ist daher ein breiterer Blick. Wer Dividendenrenditen über mehrere Jahre betrachtet und daraus einen Durchschnitt bildet, erhält ein stabileres Bild. Auch die Berechnung mit dem durchschnittlichen Aktienkurs – etwa über ein ganzes Jahr – reduziert Verzerrungen durch kurzfristige Kurseinbrüche. Diese Vorgehensweise schafft eine solide Basis für die weitere Analyse.
Blick in die Vergangenheit
Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Blick in die Vergangenheit. Die Entwicklung der Dividenden zeigt, wie verlässlich ein Unternehmen seine Aktionäre bisher beteiligt hat. Regelmässige und steigende Ausschüttungen sprechen für eine aktionärsfreundliche Politik.
Kürzungen sollten die Ausnahme bleiben und lassen sich nur in aussergewöhnlichen Krisenzeiten rechtfertigen. Wird die Dividende ganz gestrichen, ist das ein klares negatives Signal.
Unternehmen, die ihre Dividende über viele Jahre hinweg kontinuierlich erhöhen, geniessen deshalb besonderes Vertrauen und werden Dividendenaristokraten genannt. Dies gelingt jedoch nur wenigen – ein prominentes Beispiel ist Novartis (mehr dazu finden Sie hier).
Potenzial für attraktive Dividenden
Neben der historischen Entwicklung spielt die finanzielle Stärke eines Unternehmens eine zentrale Rolle. Entscheidend ist, ob ein Unternehmen seine Dividenden auch künftig finanzieren kann. Ein wichtiger Indikator ist dabei die Ausschüttungsquote. Sie zeigt, welcher Anteil des Gewinns an die Aktionäre fliesst.
Liegt sie dauerhaft über dem erwirtschafteten Gewinn oder fällt sie gar negativ aus, fehlt der Spielraum für stabile Ausschüttungen. Einzelne Ausreisser sind verkraftbar, solange sich über mehrere Jahre ein ausgewogenes Verhältnis zeigt.
Ebenso wichtig ist das Gewinnwachstum. Steigende Gewinne über mehrere Jahre bilden die Grundlage für wachsende Dividenden. Kurzfristige Schwankungen sind weniger relevant als ein klarer langfristiger Trend. Nur Unternehmen, die ihre Ertragskraft ausbauen, können ihre Ausschüttungen nachhaltig erhöhen.
Diversifiziertes Portfolio bilden
Sind geeignete Titel identifiziert, folgt der Aufbau eines Portfolios. Eine breite Streuung reduziert Risiken und erhöht die Stabilität der Erträge. Viele dividendenstarke Unternehmen stammen aus konjunkturabhängigen Branchen. Deswegen empfiehlt sich die Ergänzung defensiveren Geschäftsmodellen. So entsteht ein ausgewogenes Portfolio, das auch in schwierigeren Marktphasen Bestand hat.
Dividenden in der Übersicht
Möchten Sie wissen, welche Schweizer Titel am längsten ihre Dividenden Jahr für Jahr erhöht haben – oder welche SMI-Titel attraktive Dividendenrenditen bieten? Das VZ hat eine umfangreiche Übersicht rund um Dividenden zusammengestellt
Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG.