Bitcoin: Was steckt hinter dem Auf und Ab?

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VZ Chartanalyse

Vor wenigen Monaten stand Bitcoin auf Rekordhoch, seither hat der Kurs massiv korrigiert. Die Vergangenheit zeigt, dass dieses Muster nicht atypisch ist. Doch was heisst das für die Zukunft?

Publiziert 10. Febr. 2026

Autor

Roman Gfeller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Wer auf Kryptowährungen wie Bitcoin setzt, hat in den vergangenen Monaten unruhige Zeiten erlebt. Es ist nur gerade vier Monate her, als Bitcoin mit rund 126'000 Dollar ein Allzeithoch erreicht hatte. Doch seither hat der Kurs massiv korrigiert. Vergangene Woche kratzten die Notierungen an der 60'000-Dollar-Marke – ein Minus von über 50 Prozent. Zwar hat sich der Kurs seither wieder leicht erholt, jedoch ist er von neuen Höchstständen weit entfernt. Ein ähnliches Muster zeigen auch andere Kryptowährungen. 

Bei Bitcoin sind solche Rückgänge Teil der bisherigen Marktgeschichte, und sie waren bislang nach längeren Aufwärtsphasen regelmässig aufgetreten. Um diese Bewegung einzuordnen, bietet sich der Blick auf langfristig wiederkehrende Muster an.

Der Vier-Jahres-Zyklus

Ein häufig genutzter Referenzrahmen ist dabei der Vier-Jahres-Zyklus. Er beschreibt wiederkehrende Marktphasen, die durch ihre zeitliche Abfolge geprägt sind.

Der Vier-Jahres-Zyklus von Bitcoin lässt sich am sinnvollsten vom jeweiligen zyklischen Tiefpunkt aus betrachten. Diese Tiefpunkte markieren den Beginn eines neuen sogenannten Marktzyklus. Davon spricht man, wenn Bitcoin über eine längere Zeit korrigiert hat und deswegen der Preis und die öffentliche Aufmerksamkeit schwinden. Betrachtet man die vergangenen Zyklen auf diese Weise, zeigt sich vor allem eine Regelmässigkeit, die auffällig zeitgleich auftritt. 

Die Zyklen beginnen jeweils nach einem prägnanten Tiefpunkt im Anschluss an eine längere Korrekturphase. Darauf folgt eine Aufwärtsbewegung über mehrere Jahre, die mit einem neuen Hoch endet. Anschliessend lässt die Aufwärtsdynamik jeweils spürbar nach. Das heisst, dass die Kurse nicht mehr in der gleichen Kadenz ansteigen. 

Diese zeitliche Abfolge lässt sich in verschiedenen Zeitperioden unverändert beobachten. Allerdings hat sich das Ausmass der Aufwärtsbewegungen über die Zeit deutlich verändert. Das Kursplus hat sich von Zyklus zu Zyklus verringert. Das kann darauf hindeuten, dass die Marktreife von Bitcoin zugenommen hat. 

Was bedeutet dies nun für den aktuellen Zyklus? Grundsätzlich fügt sich dieses zeitlich in das klassische Muster ein – und es könnte darauf hindeuten, dass im laufenden Zyklus der Höchststand bereits im letzten Oktober erreicht wurde. Zieht man den Vier-Jahres-Zyklus bei, würde es nicht überraschen, wenn die Kurse kurzfristig noch tiefer sinken würden. 

Wichtig dabei ist, dass die Kursentwicklung nicht nur von den Zyklen, sondern auch von anderen Faktoren geprägt wird, etwa durch makroökonomische Rahmenbedingungen, geldpolitische Entscheidungen, regulatorische Entwicklungen und das allgemeine Marktumfeld. Der Preis kann nicht alleine durch ein vergangenes Muster prognostiziert werden.

Der langjährige Support Ein Blick auf den Chart

Eine weitere Hilfe für die Einordnung bietet die Chartanalyse. Bitcoin hat zuletzt erneut Halt an einer seit Jahren bestehenden Aufwärtstrendlinie gefunden, die lediglich während des Covid-Crashs 2020 kurzzeitig unterschritten wurde. In den Bärenmärkten der ersten beiden Zyklen fungierte diese Trendlinie wiederholt als Boden. Aktuell handelt der Bitcoin-Preis wieder nahe an diesem langfristigen technischen Niveau. Ob die grösste Kryptowährung erneut Boden findet, bleibt jedoch abzuwarten.

 

Bitcoin im Sog des Softwaresektors

Auffällig ist, dass sich seit Ende 2024 eine verstärkte Korrelation zwischen Bitcoin und Software-Aktien zeigt. Diese Entwicklung lässt sich nicht einfach damit erklären, dass beide Märkte zufällig parallel laufen, sondern sie hängt mit einer Veränderung der Marktteilnehmer und ihrer Bewertungslogik zusammen. In früheren Jahren wurde Bitcoin oft isoliert als alternatives oder nicht-korreliertes Asset betrachtet, doch mit der zunehmenden Teilnahme institutioneller Anleger und der breiteren Integration in klassische Finanzprodukte verhält sich Bitcoin in vielen Marktphasen durchaus ähnlich wie technologie- oder wachstumsorientierte Werte.

In Phasen, in denen Software-Titel unter Druck geraten – etwa aufgrund von Sorgen über Geschäftsmodelle oder strukturelle Anpassungen im Technologiesektor (Zur VZ-Analyse) – reagieren Anleger nicht nur an den Aktienmärkten, sondern zeitweise auch am Kryptomarkt, was die Parallelität der Kursbewegungen verstärkt.

Solche ähnliche Bewegungen können auftreten, wenn sich allgemeine Risikoeinschätzungen, Veränderungen der Liquidität oder sektorübergreifende Umschichtungen auf beide Segmente auswirken. In diesen Phasen lassen sich zeitweise ähnliche Kursmuster beobachten, auch wenn die zugrunde liegenden Eigenschaften von Bitcoin und Technologie-Aktien unterschiedlich bleiben.

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