Bitcoin unter Druck: Das sind die Gründe für die Korrektur

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VZ Analyse

Nach dem Allzeithoch erlebt Bitcoin ein deutlicher Rückfall – was das für Anleger und den weiteren Kursverlauf bedeutet.

Publiziert 20. Nov. 2025

Autor

Roman Gfeller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Wie gewonnen, so zeronnen: So lässt sich die Preisentwicklung von Bitcoin der letzten Wochen zusammenfassen. Erst vor sieben Wochen erzielte die bekannteste Kryptowährung ein Rekordhoch von über 126'000 Dollar. nun liegt der Kurs unter der Marke von 90'000 Dollar. 

Die Ursachen für den Rückgang liegen vor allem in einer allgemeinen Risikoaversion. Nach dem Rekordhoch nehmen Anleger Gewinne mit, während die Unsicherheit über die Bewertung von Technologie- und KI-Aktien steigt. Viele Investoren, die stark in Tech und Kryptowährungen engagiert sind, reagieren auf diese Skepsis mit einer breiteren Reduzierung ihrer Positionen. Hinzu kommt die wachsende Sorge, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht wie erwartet weiter senken wird, was die Attraktivität riskanter Anlagen wie Bitcoin zusätzlich schmälert.

Korrekturen in Aufwärtszyklen sind üblich

Der aktuelle Zyklus begann am 21. November 2022 und dauert inzwischen 1093 Tage. In dieser Zeit konnte Bitcoin zwischenzeitlich rund 715 Prozent zulegen, erlebte aber mehrere Rücksetzer von 20 bis über 30 Prozent. Die erste grössere Korrektur fand zwischen dem 14. März und 5. August 2024 statt, als der Kurs von 73’777 auf 49’000 Dollar fiel (-33,5%). Die zweite folgte vom 20. Januar bis 7. April 2025 mit einem Rückgang von 109’588 auf 74’508 Dollar (-32%). Die aktuelle Korrektur dauert seit dem Allzeithoch vom 6. Oktober 2025 bereits 43 Tage und führte den Kurs von 126’199 auf 89’265 Dollar (-29,6%).

Auch in früheren Zyklen waren deutliche Rückgänge üblich. So verlor Bitcoin zwischen dem 10. Mai und 20. Juli 2021 innerhalb von 71 Tagen knapp 51 Prozent bevor bei 29’278 Dollar ein Boden gefunden wurde. Bemerkenswert ist, dass die Kryptowährung danach nur 113 Tage benötigte, um ein neues Allzeithoch bei 69’000 Dollar zu erreichen.

Diese Historie verdeutlicht, dass selbst starke Korrekturen Teil des langfristigen Wachstums bleiben können. Analysten betrachten solche Rücksetzer oft als "gesunde Konsolidierung", die überhitzte Märkte abkühlt.

Ein zusätzliches Stimmungsbarometer ist der Bitcoin Fear & Greed Index, der am 18. November 2025 bei nur 11 Punkten liegt und damit "Extreme Fear" signalisiert (Zur VZ-Analyse). Der starke Rückgang des Index in den vergangenen Wochen spiegelt die Verunsicherung der Anleger. Historisch treten solche niedrigen Werte häufig in überverkauften Phasen auf und können langfristig als potenzielles Einstiegssignal gelten. Kurzfristig deutet der Index jedoch auf defensive Strategien und Vorsicht hin, da die Unsicherheit über Zinsentwicklung und Stabilität des Kryptomarktes dominiert. 

In dieser Phase ist es entscheidend, Ruhe zu bewahren und nicht überstürzt zu reagieren. Rücksetzer gehören zu jedem Marktzyklus und sind bei Bitcoin besonders ausgeprägt. Anleger sollten eine langfristige Strategie verfolgen. Ein gut diversifiziertes Portfolio, bestehend aus verschiedenen Anlageklassen, hilft Schwankungen abzufedern und das Gesamtrisiko zu reduzieren. Wer breit streut und nicht alles auf eine Karte setzt, kann selbst in volatilen Phasen Ruhe bewahren und seine finanziellen Ziele im Blick behalten.

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