Geldanlagen
Nachhaltige Themenfonds halten oft nicht, was sie versprechen
Banken verkaufen gerne Fonds, die in nachhaltige Themen investieren. Während sich diese Produkte für die Anbieter lohnen, sollten Anlegerinnen und Anleger genau hinschauen.
Jonas Wieckert
Funktion ESG-Analyst
Beitrag empfehlen
20. Mai 2026
Anlagefonds, die in nachhaltige Themen investieren, haben oftmals eine überzeugende Verkaufsstory. Sie bündeln Aktien aus zukunftsträchtigen Bereichen wie Energiewende, Gesundheit oder Wasser. Diese Bereiche sind erst noch eng mit der nachhaltigen Entwicklung verbunden
Nachhaltig Geld anlegen: Auf diese Punkte sollten Sie achten
Merkblatt
Die Anzahl solcher Produkte ist in der Schweiz zuletzt stark angestiegen. Von den aktuell rund 200 nachhaltigen Themenfonds wurde fast die Hälfte allein in den letzten fünf Jahren lanciert. Dies macht es umso wichtiger, dass sich Anleger der Schwächen und Limiten dieser Produkte bewusst sind.
Hohe Kosten
Themenfonds sind häufig teuer. Im Durchschnitt liegen die Gebühren bei rund 1,8 Prozent, das ist mehr als 1,5 Prozentpunkte höher als bei klassischen passiv verwalteten ETF. Diese Kosten gehen zulasten der Anleger, während die Anbieter davon profitieren. Selbst passive Themenfonds bleiben mit durchschnittlich etwa 0,5 Prozent vergleichsweise teuer.
Schlechte Rendite
Themenfonds versprechen oft überdurchschnittliche Renditen, doch die Realität ist ernüchternd. In den letzten zwölf Monaten konnte zwar knapp die Hälfte der nachhaltigen Themenfonds den Weltaktienindex (MSCI World) schlagen. Dies ist jedoch vor allem auf die starke Entwicklung von Fonds mit Fokus auf erneuerbare Energien zurückzuführen. Über längere Zeiträume zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Eine klare Mehrheit erzielt eine tiefere Rendite als der Weltaktienindex.
Kurze Lebensdauer
Viele Themenfonds verschwinden so schnell, wie sie aufgelegt wurden. Nach fünf Jahren ist bereits rund jeder dritte Fonds wieder vom Markt verschwunden. Das führt dazu, dass nur die besten nachhaltigen Themenfonds überhaupt zehn Jahre bestehen und der Renditevergleich über diesen Zeithorizont besser ausfällt als über fünf Jahre. Für Anleger hat dies konkrete Konsequenzen: Wird ein Fonds geschlossen, muss das investierte Kapital neu angelegt werden, dies ist oft mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Hohe Risiken
Nachhaltige Themenfonds investieren meist in ein eng abgegrenztes Thema mit entsprechend beschränktem Anlageuniversum. Die enthaltenen Aktien entwickeln sich häufig im Gleichschritt, was die Diversifikation reduziert und die Kursschwankungen erhöht. Für zusätzliche Risiken müssten Anleger eigentlich mit höheren Renditen entschädigt werden, doch das ist bei den meisten Themenfonds nicht der Fall.
Kein positiver Wirkungsbeitrag
Fonds, die gezielt in nachhaltige Themen investieren, vermitteln oft den Eindruck, einen messbaren positiven Beitrag (Impact) zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Allerdings lässt sich dieser Anspruch weder bei Aktienkäufen an der Börse noch durch Engagement und Dialog fundiert belegen. Entsprechend können nachhaltige Themenfonds kaum einen messbaren positiven Beitrag ausweisen.
Daher sollten Anlegerinnen und Anleger vor dem Einsatz von nachhaltigen Themenfonds die Produkte genau prüfen und sich dieser Punkte bewusst sein. Nachhaltige Themenfonds sind oft überdurchschnittlich teuer und weisen unterdurchschnittlichen Renditen auf. Auch den Nachweis eines positiven Wirkungsbeitrags bleiben die meisten Produkte schuldig.
In der Regel fahren Anleger besser mit breit diversifizierten ESG- oder klassischen ETF. Dank der breiten Streuung profitieren sie ebenfalls von Entwicklungen der einzelnen Themen, ohne deren spezifische Risiken einzugehen oder andere Marktchancen zu verpassen.
Sie möchten mehr erfahren? Bestellen Sie das Merkblatt oder sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.
Lernen Sie unsere Angebote kennen
-
-
-
Aktien kaufen: Das sind die wichtigsten Kennzahlen
Merkblatt