Geldanlagen

Wie ETF besteuert werden

Wie bei jeder Anlage ist der Steueraspekt auch bei der Investition in ETF zu berücksichtigen. Was ETF-Anleger mit Wohnsitz Schweiz zu Einkommens-, Vermögens-, Stempel- und Quellensteuer wissen sollten.

Jan Simon

Anlageexperte

Den Ertrag aus passiven Fonds wie Exchange Traded Funds (ETF) muss man als Einkommen versteuern und das in ETF angelegte Vermögen als Vermögenssteuer. Für die Einkommenssteuer spielt es keine Rolle, ob der ETF die Dividenden- oder Zinserträge ausschüttet oder reinvestiert, also thesauriert. Der thesaurierende ETF muss die angefallenen Erträge aber separat ausweisen, was bei in der Schweiz kotierten ETF in der Regel gegeben ist. Welche Erträge von ETF steuerbar sind, ist in der Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung ersichtlich.

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Verrechnungssteuer und Quellensteuer

Bei der Auswahl eines ETF sollten Anlegerinnen und Anleger immer auch das Fondsdomizil beachten. Ein ungünstig gewähltes Fondsdomizil kann aus steuerlicher Sicht einen ne­gativen Einfluss auf die geplante ETF-Investition haben. Für einen Anleger mit Wohnsitz Schweiz sind bei der Fondsauswahl vor allem die Quellensteuer und die Stem­pelsteuer relevant.

Merkblatt

So werden Ihre Geldanlagen besteuert

Dieses Merkblatt zeigt auf, wie Aktien, Obligationen, ETF, Kryptowährungen und strukturierte Produkte besteuert werden – und hilft dabei, steuergünstigen Anlagen den Vorzug zu geben.

Die Quellensteuerabgaben auf Dividenden haben einen direkten Einfluss auf die Rendite. Erträge von ETF auf Schweizer Aktien unterliegen etwa der Verrechnungssteuer von 35 Prozent. Diese ETF schütten somit nur 65 Prozent der Brutto­erträge von Dividenden an die Anleger aus. ETF mit Domizil Schweiz dürfen im Gegensatz zu ausländischen ETF diese Verrechnungssteuer zurückfordern.

Wer in Schweizer Anlagen ­investiert, sollte darum einen ETF mit Domizil Schweiz wählen. Bei einer angenommenen Dividendenausschüttung von 3 Prozent von Schweizer Aktien erzielen ausländische ETF gegenüber einem Schweizer ETF so eine Minderrendite von rund 1 Prozent pro Jahr. Diese durch das Fondsdomizil bedingte steuerliche Differenz zwischen zwei ETF kann somit um einiges grösser ausfallen als eine mögliche Differenz der laufenden Kosten. 

Eine mit der Schweizer Verrechnungssteuer vergleichbare Quellensteuer auf Zinsen und Dividenden ­kennen auch viele andere Länder. Auch hier ist die Höhe der Steuer jeweils vom Fondsdomizil abhängig. Die unterschiedlichen oder teils fehlenden Steuerabkommen zwischen verschiedenen Ländern sprechen für oder gegen bestimmte Fondsdomizile bei der Investition in ausländische Wertschriften. So ist beispielsweise eine Investition in US-amerikanische Aktien aufgrund der bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen besonders über einen ETF mit Domizil Irland interessant.

Stempelsteuer

Wie bei Aktien und Obligationen erhebt der Bund beim Kauf oder Verkauf eines ETF eine Umsatzabgabe (Stempelsteuer). Sie beträgt 0,075 Prozent für in der Schweiz domizilierte Fonds und 0,15 Prozent für im Ausland domizilierte Fonds. Die Stempelsteuer fällt vor allem für jene Anleger ins Gewicht, die viele Käufe und Verkäufe tätigen.